Gemeinderat Fensterbach
20 Brücken in marodem Zustand

20 Brücken gibt es im Bereich der Gemeinde Fensterbach. An nahezu allen von ihnen besteht dringender Handlungsbedarf. Im Bild eine der kleineren Überführungen südlich von Dürnsricht. Bild: hou
Politik
Fensterbach
20.02.2016
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Die Geschichte nimmt sich aus wie ein Fass ohne Boden. Denn die Brücken in der Gemeinde Fensterbach sind nahezu allesamt in einem maroden baulichen Zustand. 20 solcher Überführungen gibt es und schon vor 15 Jahren war deutlich geworden: "Es sollte etwas getan werden."

Gemeinderat Carl Graf zu Eltz hatte einen Antrag an das im Rathaus tagende Plenum gestellt. Damit wollte er ein latentes Problem in Erinnerung rufen. Seinen Ausführungen schickte er voraus: "Wir reden hier über Feuerwehrautos und Feuerwehrhäuser. Aber über das, was wirklich wichtig ist, sprechen wir nicht." Damit lenkte zu Eltz den Blick auf Zustände, die eigentlich seit langem bekannt sind und bisher quasi sehenden Auges auf die lange Bank geschoben wurden.

Durch den Gemeindebereich fließt der Fensterbach. Über ihn führen zahlreiche kleine und größere Brücken. Kaum eine von ihnen ist baulich noch in akzeptablem Zustand. Carl zu Eltz legte den Finger in diese seit vielen Jahren klaffende Wunde und löste damit eine längere Debatte aus.

Seit 2001 bekannt


Dabei offenbarte sich: Die Sache ist zwar bekannt, doch wurde sie seit 2001 nicht mehr näher im Gemeinderat beleuchtet und um Lösungen gerungen. Damals hatte es ein Gutachten zu den maroden Brücken gegeben. Seither geschah wenig bis nichts. Was muss getan werden? Vizebürgermeister Josef Sturm empfahl eine Ortsbesichtigung mit anschließender Erstellung einer Prioritätenliste. Denn fest stand nicht nur für ihn: "In einem Zug wird man die Mängel nicht beseitigen können." Sollten nun möglichst umgehend Hinweisschilder installiert werden, aus denen die mangelnde Tragkraft der Überführungen ersichtlich ist?

Bürgermeister Christian Ziegler entwickelte dazu Gedanken und musste sich von Carl zu Eltz sagen lassen: "Das bringt nichts. Denn die Landwirte müssen mit Fahrzeugen über die Brücken, um zu ihren Äckern zu gelangen." Wenn man also solche Tafeln aufstellen würde, kämen wohl unverzüglich Schadenersatzforderungen wegen Unpassierbarkeit.

Prioritätenliste


Als Tatsache gilt: Die Brücken dürften ein Dauerthema werden. Der Gemeinderat beschloss, jetzt sehr zeitnah alle Bauwerke in Augenschein zu nehmen und dann eine Prioritätenliste zu erstellen. Das wird wohl nur unter Beiziehung eines Gutachters möglich sein. Denn die letzte Sachverständigenmeinung ist eineinhalb Jahrzehnte alt und mit hoher Wahrscheinlichkeit längst überholt. Gewiss ist momentan aber auch, dass die Beseitigung aller bestehenden Mängel wohl sehr lange dauern wird.
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