Gemeinderat Fensterbach diskutiert teuere Sanierungsmaßnahme
Sechs brüchige Brücken gesperrt

Der Beton bröckelt, die Armierungen liegen teils frei und sind angerostet: Die Brücken über den Fensterbach sind fast allesamt in marodem Zustand. Jetzt werden sie gesperrt oder in ihrer Belastbarkeit beschränkt. Bild: hou
Politik
Fensterbach
14.04.2016
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Sechs Brücken über den Fensterbach werden gesperrt, zahlreiche weitere erhalten eine Tonnage-Beschränkung. "Das kann aber keine Dauerlösung sein", sagte Bürgermeister Christian Ziegler in der Gemeinderatssitzung.

Fensterbach. (hou) Fest steht: Das Problem ist erkannt, es kann aber weder kurz- noch mittelfristig zur allgemeinen Zufriedenheit behoben werden. Dass die 20 über den Fensterbach führenden Bauwerke fast ausnahmslos marode sind, ist seit vielen Jahren bekannt. Lange vor der Zeit des neuen Bürgermeisters hatte es darüber schon Debatten gegeben. Doch Christian Ziegler ist es nun, der die Angelegenheit federführend regeln soll.

Vorher Besichtigungstour


Vor wenigen Tagen hatte der Gemeinderat eine Besichtigungstour unternommen (wir berichteten), sich die Überführungen angesehen und war bei zu der zumindest für einen gewissen Zeitraum geltenden Regelung gekommen: sechs Brücken komplett sperren, eine auf 7,5 Tonnen und alle anderen auf 1,5 Tonnen Belastung reduzieren. Das sollte nun in einer Gemeinderatssitzung endgültig beschlossen werden.

Doch daraus entwickelte sich eine längere Diskussion, die sich vor zahlreichen Zuhörern abspielte. Sie kamen nicht zuletzt deshalb, weil bei der Ortsbesichtigung angeklungen war, dass sich Grundstückseigner im Fall von Brückenneubauten mit 75 Prozent an den Kosten beteiligen müssten.

Bürgermeister Ziegler drang zunächst auf den Beschluss, sechs Brücken total zu sperren und die restlichen in ihrer Belastbarkeit per Hinweisschilder zu beschränken. "Das wäre ein Schnellschuss", entgegnete Gemeinderat Harald Saffert. Gemeinderätin Dr. Marlene Groitl fügte hinzu: "Wo es geht, sind Sperrungen in Ordnung. Den Rest der Brücken sollten wir lassen, wie es momentan ist, und jedes Jahr eine erneuern." Daraus resultierte die Frage von Bürgermeister Ziegler: "Und was ist, wenn etwas passiert?"

Problem für Landwirte


Gewiss ist: Mit Sperrungen und Tonnage-Beschränkungen wird insbesondere Landwirten die Verantwortung zugeschoben, die mit ihren schweren Schleppern und Geräten über die Brücken müssen. Tun sie es trotz der Anordnungen, läge das Risiko bei ihnen. Diesen Umstand griff Gemeinderat Carl Graf zu Eltz auf, der selbst an der Spitze eines landwirtschaftlichen Betriebs steht. "Die Diskussion ist überflüssig", argumentierte er und ergänzte: "Wenn Schilder an den Brücken aufgestellt sind, haftet jeder selbst, der über sie fährt." Er als Gemeinderat, so fuhr Carl zu Eltz fort, wolle keinesfalls mit der Staatsanwaltschaft in Konflikt kommen, wenn sich tatsächlich ein Brückeneinsturz zutrage.

Mit acht gegen fünf


Was tun? Bürgermeister Ziegler war zunächst geneigt, jedem Gemeinderat eine Denkfrist bis zur nächsten Sitzung einzuräumen. Das hielt Vizebürgermeister Josef Sturm allerdings für wenig zielführend, "In vier Wochen hat sich an der Lage nichts geändert", sagte er.

Nach diesem Einwand ließ Ziegler abstimmen. Die Entscheidung fiel mit 8:5 für eine sofortige Sperrung von sechs Brücken und für die Tonnage-Begrenzung aller anderen aus. Als das ins Protokoll aufgenommen war, bilanzierte Ziegler: "Das wird uns auf Jahre hinaus beschäftigen. Aber wir finden eine Lösung."

Bedarfsplan für FeuerwehrenIn der Gemeinde Fensterbach gibt es die Feuerwehren Dürnsricht, Wolfring und Högling. Für sie soll nun ein sogenannter Bedarfsplan erarbeitet werden. Den Zuschlag dafür erhielt einstimmig die Firma Dechant aus Burglengenfeld, die diese Aufgabe für rund 6000 Euro erstellen will.

Der Bereich Feuerwehr ist in Fensterbach ein seit langem diskutiertes Thema. So sieht die Lage aus: drei Organisationen, drei Unterkünfte, Bedarfsanmeldungen in momentan sechsstelliger Größenordnung. Wiederholt gab es dazu Diskussionen im Gemeinderat. Sie wurden auch jetzt fortgeführt, als die Vergabe eines Bedarfsplans zur Debatte stand. Vier Bewerbungen dafür lagen auf dem Tisch. Eine der Firmen wäre dazu eigens aus Nordrhein-Westfalen angereist. Doch das wurde im Plenum als nicht zielführend erachtet.

"Ist dieser Plan zwingend?", wollte Gemeinderat Franz Ziegelmeier wissen und erfuhr vom geschäftsleitenden Beamten Peter Fleißner: "Die Vorlagen finden durchaus Verwendung." Denn letztlich seien sie eine Basis, "auf der sich künftig arbeiten lässt". Dann, so ergänzte Ziegelmeier, "muss dies eine Grundlage für das weitere Feuerwehrwesen in unserer Gemeinde sein". Eine zusätzliche Frage von Gemeinderat Florian Adam blieb zunächst unbeantwortet. Sie lautete: "Und was ist, wenn sich ergibt, dass wir nur zwei Feuerwehren brauchen?" (hou)
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