Gemeinderat Fensterbach enttäuscht über Entscheidung des Bergamtes Nordbayern
Einsprüche sind auf Sand gebaut

Es darf weiter gesprengt werden. Das Bergamt Nordbayern hat die Erweiterung einer Sandgrube bei Freihöls auf über 44 Hektar Gesamtfläche genehmigt. Gesetzlich geregelte Mindestabstände zwischen solchen Tagebaubetrieben und Wohnbebauungen gibt es bis heute nicht. Die Entscheidung darüber obliegt allein der Bergbehörde. Bild: hou
Politik
Fensterbach
23.06.2016
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Die Information war kurz und sachlich. Doch man merkte Bürgermeister Christian Ziegler an, dass ihm einiges nicht gefiel an der Entscheidung des Bergamtes Nordbayern. Die Behörde hat die Erweiterung einer Sandgrube bei Freihöls genehmigt.

Die Mehrzahl der Einwohner von Freihöls ist in den vergangenen beiden Jahren gegen die Erweiterung der Grube um das Doppelte ihrer bisherigen Fläche auf die Barrikaden gegangen. Der Grund ist durch überregionale Medienberichterstatung zwischenzeitlich bundesweit bekannt: In der Vergangenheit hatte es bei Sprengungen immer wieder massive Erschütterungen gegeben, mussten auch Schäden an Gebäuden hingenommen werden.

Diese Sorgen, Ängste und Nöte waren im Februar bei einem Einwendertermin dem Bergamt und auch dem Grubenbetreiber Heidelberger Sand & Kies vorgetragen worden. In einem mehr als 80 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss, der einer Genehmigung gleichkommt, finden die Debatten darüber wohl Erwähnung. Doch die Bedenken werden als eher unbegründet zurückgewiesen.

Zwei Aufzeichnungsgeräte


Bürgermeister Christian Ziegler hatte dem Einwendertermin im Februar beigewohnt, sich an die Seite der Freihölser Bürger gestellt und auch Gegenargumente vorgebracht, die gemeindliche Interessen betrafen. "Alle unsere Einsprüche wurden nicht anerkannt", berichtete er nun dem im Rathaus tagenden Gemeinderat. Außer, wie er hinzufügte, dies: "In Freihöls bleiben dauerhaft zwei Geräte aufgestellt, die zur Aufzeichnung der Sprengungsvorgänge dienen." Mehr aber auch schon nicht. Allerdings müssen die Freihölser hinnehmen, dass im Schadensfall die Beweislast bei ihnen liegt.

Den Dorfbewohnern war es in der Auseinandersetzung vorrangig auch darum gegangen, dass Mindestabstände zwischen Tagebaubetrieben (in Sonderheit solchen, die sprengen) und Wohnbebauungen im Gesetz festgeschrieben werden. Ähnlich denen bei Windrädern. Dies ist bisher nicht der Fall. Bergämter können darüber in eigener Zuständigkeit entscheiden. Für Freihöls bedeutet das: Am westlichen Ortsrand kann laut dem bis ins Jahr 2050 reichenden Planfeststellungsbeschluss die Grube bis auf knapp 200 Meter an die Häuser heranrücken. In nördlicher Richtung wären es sogar nur rund 50 Meter, wobei in diesem Fall noch die Bahnlinie Schwandorf-Amberg dazwischen liegt.

Zur Einsichtnahme


Am kommenden Wochenende erscheint nun erneut ein Fernsehteam in Freihöls. Es kommt vom ZDF in Mainz und dreht für das Magazin "terraXpress". Der Bürgermeister will dabei sein. Der Beschluss des Bergamtes Nordbayern mit Sitz in Bayreuth liegt gegenwärtig im Rathaus zur Einsichtnahme aus.
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