Gemeinderat Fensterbach fordert die Wiederherstellung einer beim Tagebau beseitigten Trasse
Grube steht dem Weg im Weg

Die Erweiterung der Sandgrube bei Freihöls schlägt auch überregional Wellen. Ein Ehepaar, das unmittelbar an der Bahnlinie Amberg-Schwandorf wohnt, schildert hier einem Rundfunkreporter, wie in der Vergangenheit bei Sprengungen immer wieder Schäden am Anwesen entstanden. Jetzt soll der Grubenrand noch näher an das Haus heranreichen. Bild: hou
Politik
Fensterbach
18.02.2016
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Die Diskussion um eine geplante Erweiterung der Sandgruben bei Freihöls geht weiter. In einer Sitzung des Fensterbacher Gemeinderats wurde jetzt die Forderung laut, auf die Wiederherstellung eines vor Jahren beim Tagebau beseitigten Weges zu bestehen.

Zunächst schien alles auf eine Information des Plenums durch Bürgermeister Christian Ziegler hinauszulaufen. Das Gemeindeoberhaupt berichtete von einem Einwendertermin Anfang des Monats in Paulsdorf, erinnerte an die große Beteiligung besorgter Freihölser Bürger und sprach von einer durchaus besonnen geführten Debatte.

Der Bürgermeister, selbst in Paulsdorf anwesend, beschrieb seine Einschätzung: "Es wird wohl für die geplante Erweiterung eine Genehmigung des Bergamts Nordbayern geben." In einem Nebensatz klang aber auch an, dass dem Antragsteller Heidelberger Sand und Kies offenbar die zur geplanten Vergrößerung um über 20 Hektar benötigten Grundstücke nicht gehören. Sie befinden sich in Privatbesitz.

Soll nicht aufgefüllt werden


Damit schien dieser Tagesordnungspunkt abgehakt. Doch dann bat Gemeinderat Carl Graf zu Eltz ums Wort und erinnerte daran, dass es vor etlichen Jahren - als der Sandabbau schon einmal vergrößert worden war - zu einer Verlegung des am westlichen Dorfrand von Freihöls beginnenden Schafhofer Wegs gekommen war. Die Trasse führte ursprünglich quer durch den heutigen Grubenbereich und war gewissermaßen eine Verbindung hinüber in Richtung Bundesstraße 85 und zur Ortschaft Diebis. Er habe nun zur Kenntnis nehmen müssen, so zu Eltz, dass dieser Weg nach neuen Planungen niemals mehr wie ehedem hergestellt werden könne. Und zwar deswegen, weil wohl das Wasserwirtschaftsamt darauf gedrängt habe, nach weiterer Ausbeutung die Grube nicht mehr aufzufüllen.

"Wenn nun halbe Bombenkrater entstehen und dauerhaft so bleiben sollen, wird dieser Weg nicht mehr in seiner Trassenführung so gemacht werden können, wie er damals war", stellte er fest. Dieser Wiederherstellung aber gehe klar aus einer seinerzeit erhobenen und dann auch akzeptierten Forderung der Gemeinde Fensterbach hervor. Darauf müsse man jetzt unter allen Umständen bestehen. Im Übrigen, so Carl zu Eltz, sei das Verlangen nach Wiederherstellung des Weges auch dem Wasserwirtschaftsamt bekannt gewesen.

Der Gemeinderat schloss sich dieser Auffassung an. Nun wird ein Brief an den Grubenbetreiber geschrieben und eine Erklärung gefordert. "Denn in dem damaligen Genehmigungsbescheid war festgeschrieben", sagte zu Eltz, "dass der Weg so wieder entsteht, wie er ursprünglich war."

Mehr Honorar, und das wohl zurechtDie vom Architekten vorgelegten Honorarverträge zur Erweiterung und Sanierung des gemeindeeigenen Kindergartens in Högling sind von einem Anwaltsbüro in Regensburg überprüft worden. Das war auf Anregung des Gemeinderats Dr. Jochen Zaremba so geschehen. Nun lag dem Plenum das Ergebnis vor.

Die Kanzlei Dr. Rauch & Partner hatte sich mit den Verträgen befasst und dazu geraten, deren Gestaltungen in einigen Punkten zu ändern. So zum Beispiel, dass der Auftragnehmer (sprich: Planer) die Überwachung möglicher Mängelbeseitigungen mit zu gewährleisten habe. Der im Rathaus tagende Gemeinderat nahm dies zur Kenntnis und er hörte ferner, dass es in den vergangenen Tagen ein Gespräch mit dem Architekten gegeben habe.

Was bei dieser Unterredung auf den Tisch kam, war im Ergebnis eher unerwartet. Der Planer ließ erkennen, dass er sich bisher an der sogenannten Honorarkostenzone 2/Mindestsatz orientiert habe, nun aber die Honorarzone 3 geltend mache. Das, so berichtete der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißer, könne zu einer Kostenmehrung um bis zu 38 000 Euro führen. Erstaunlich dabei: Auch das zur Prüfung eingeschaltete Anwaltsbüro hatte in seiner Stellungnahme anklingen lassen, dass eigentlich die Honorarzone 3 in Frage komme.

Was nun? Bürgermeister Christian Ziegler stellte ein erneutes Treffen mit dem Planer in Aussicht. Dann ließ er abstimmen. Mit 11:4 entschied sich der Gemeinderat dafür, die bereits existierenden Honorarverträge zu billigen, wenn der Architekt bereit ist, die vom Anwaltsbüro empfohlenen Vertragsänderungen zu akzeptieren. (hou)


Massive AblehnungDie Freihölser Bürgerschaft hatte bei einem Einwendertermin Anfang Februar in Paulsdorf geschlossen ihre massive Ablehnung gegenüber dem Erweiterungsprojekt zum Ausdruck gebracht. Dabei formulierten die Dorfbewohner ihre Besorgnis gegenüber einem von dem Grubenbetreiber in Auftrag gegebenen Sprenggutachten. Daraus ging sinngemäß hervor, dass bei Einhaltung aller Vorgaben keine Schäden an Gebäuden und anderen Einrichtungen entstehen könnten. Das hatten die Bürger für absurd gehalten. Denn in den zurückliegenden Jahren waren ihren Erfahrungen zufolge wiederholt Schäden entstanden. Nun, so argumentierten sie ferner, würden die Grubengrenzen bis auf 200 Meter in östlicher und 50 Meter in nördlicher Richtung an den Ort heranrücken. (hou)
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