In der Gemeinde Fensterbach sind 20 Brücken marode
Eine Herkulesaufgabe

Die Brücken über den Fensterbach sind nahezu allesamt baufällig und bedürften einer Erneuerung. Doch das ist weder kurz- noch mittelfristig zu machen. Der Fensterbacher Gemeinderat sah sich die Überführungen an und kam zu Lösungen, die zumindest momentan als machbar erscheinen. Bild: hou
Politik
Fensterbach
06.04.2016
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Der Katalog umfasst 20 Brückenbauwerke. Sie sind nahezu ausnahmslos marode und führen über den Fensterbach. Sie zu erneuern, wäre eine hoch sensible Angelegenheit. Denn zwischenzeitlich hat sich herausgestellt: Die Grundstücksanlieger müssten 75 Prozent der Kosten tragen.

Fensterbach. (hou) Drei Stunden lang ging der Gemeinderat von Wohlfest im Osten bis hinauf nach Högling im Westen auf Besichtigungstour. Bürgermeister Christian Ziegler hatte samt seiner Verwaltung Vorarbeit geleistet, Gespräche mit Bauunternehmen und dem Wasserwirtschaftsamt geführt.

Darüber informierte er das Plenum und berichtete ferner, dass bei der Erneuerung von Überführungen die Anlieger (sprich: meist Landwirte) beitragspflichtig seien. Und zwar mit einem Verteilerschlüssel, der so aussähe: 75 Prozent hätten die Eigner der angrenzenden Areale zu entrichten, 25 Prozent die Gemeinde. Und das bei großteils sechsstelligen Summen. Im Fall von Wegen, die nicht erschlossen sind, würden sogar sämtliche Kosten auf die Anlieger entfallen.

20 Brücken betroffen


20 Fensterbach-Brücken gibt es, allesamt wurden sie in Augenschein genommen. Dabei stellte sich heraus, was bereits vor weit über einem Jahrzehnt einem Gutachten zu entnehmen gewesen war: Die baulichen Zustände sind als marode und unzureichend einzustufen. Die meisten dieser Überführungen werden von Landwirten genutzt, die zu ihren Feldern und Wiesen gelangen müssen. Dabei stellte sich die Frage: Geht das auch über Umwege? Noch eine weitere Frage tat sich auf: Müssten für diese Umwege womöglich geschotterte Pfade entlang des Baches eingerichtet werden? Auch für solche Maßnahmen wären Anlieger beitragspflichtig und finanziell zur Kasse zu bitten.

Fest steht nach der Tour: "Wir haben da eine Herkulesaufgabe vor uns." So formulierte Bürgermeister Ziegler seine Eindrücke. In den Diskussionen wurde aber auch deutlich, dass Brücken komplett gesperrt oder zumindest mit Blick auf die Gewichtsbelastung auf 1,5 Tonnen beschränkt werden können.

Fazit nach Abschluss der Besichtigungsfahrt: Zumindest bei einer Brücke nahe Wohlfest besteht aktueller Erneuerungsbedarf. Die Maßnahme dürfte überschlägig 300 000 Euro kosten. 6 der 20 Überführungen sollen nun komplett gesperrt und mit entsprechenden Hinweisschildern versehen werden. Dabei handelt es sich um Bauwerke, die nach Meinung der Gemeinderäte nicht unbedingt für den Benutzerverkehr gebraucht werden. Für zahlreiche andere wird eine Belastungsbeschränkung auf 1,5 Tonnen festgelegt.

"Das alles ist sicher keine dauerhafte Lösung. Aber zumindest ein Anfang", gab Bürgermeister Christian Ziegler den Räten zu verstehen. Dabei klang in seinen Worten allerdings auch an: "Es wird schwierig bis unmöglich sein, den Grundstücksbesitzern deutlich zu machen, dass sie vom Gesetz her bei Brückenerneuerungen 75 Prozent der Kosten zu tragen haben."

Das wären Beträge, die sie - wenn nicht Selbstnutzer - auf Pächter umzulegen hätten. Dies wiederum würde bei denen eine Rentabilitätsprüfung nach sich ziehen. Mit dem vermutlichen Ergebnis, dass sich ein solcher Zuschlag auf die Pacht nicht rechnet.
Es wird schwierig bis unmöglich sein, den Grundstücksbesitzern deutlich zu machen, dass sie vom Gesetz her bei Brückenerneuerungen 75 Prozent der Kosten zu tragen haben.Christian Ziegler, Bürgermeister
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