Nach über 19 Jahren Amtszeit: Fensterbach verliert kommunalpolitischen Motor Hans Schrott
Bürgermeister Hans Schrott erliegt schwerer Krankheit

Ein wichtiger Tag in der Amtszeit von Hans Schrott: Im sanierten DJK-Sportheim begrüßte er im Februar 2013 Diözesanbischof Rudolf Voderholzer (im Hintergrund). Bild: hfz
Politik
Fensterbach
13.07.2015
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Die Gemeinde trauert um ihren Bürgermeister Hans Schrott. Im Alter von 61 Jahren ist er am Montag im Amberger Klinikum einem heimtückischen Leiden erlegen. Schrott war nahezu zwei Jahrzehnte lang Chef im Rathaus.

Er ging gern unter die Leute. Ein geselliger Mann, der den Begriff "Gemeindeoberhaupt" nie in den Mund nahm und eher selten die Amtskette anlegte. Hans Schrott wollte Bürger sein. Einer unter vielen, dem aber 1996 die Aufgabe zukam sich zu kümmern. Er spannte sich vor den Karren, entwickelte in seinem Ehrenamt Ideen und Pläne, sorgte für ein gutes Vorankommen der Kommune. Auch dann, als die Finanzen knapper wurden. Für viele war er Freund und schlicht "der Hans", ein Ansprechpartner und Motor in den kleinen und großen Angelegenheiten.

Schrott folgte auf Schrott

Hans Schrott kam 1953 in Knölling zur Welt. Er war Sohn des heute 92-jährigen Hans Schrott sen., der fast ein halbes Jahrhundert lang als Bürgermeister in Knölling und später in der Gemeinde Fensterbach arbeitete. Als der Vater sein Amt abgab, wurde Hans Grabinger gewählt. Doch der trat die Position nicht an. So wurde nochmal zur Abstimmung geschritten. Die Bürger entschieden sich für den dann kandidierenden Hans Schrott jun. - Schrott folgte so auf Schrott. Wurde da eine Familiendynastie fortgesetzt? Nur bedingt, wie sich zeigen sollte. Der "Junior" ging viele Dinge anders an. Schritt für Schritt bekam der hauptberuflich als Beamter des Amberger Landwirtschaftsamtes dienende neue Bürgermeister die Zügel fest in den Griff. Er war willens, sein Bestes zu geben. Und er machte das auch bravourös. Mit Augenmaß und Entschlossenheit, Umsicht und sich bald schon einstellender Erfahrung, die er glänzend mit seiner Gelassenheit paarte.

Bevölkerung im Mittelpunkt

Man wusste, dass er zur CSU gehörte. In dieser Partei war er gerne, fühlte sich politisch gut aufgehoben. Doch in seiner Arbeit als Bürgermeister spielte das für Hans Schrott keine Rolle. Er orientierte sein Bemühen an den Bedürfnissen der Bevölkerung. Er besuchte die Vereine, stand mit ihnen im Kontakt. Auch dann noch, als ihn vor wenigen Jahren ein Hirntumor in den Rollstuhl zwang. Das traf ihn zwar wie ein Keulenschlag. Doch Hans Schrott gab nicht auf. Er kämpfte vehement gegen sein Leiden, fühlte sich 2014 in der Lage zu einer vierten Amtsperiode und gewann diese Wahl auch. Heuer im Frühjahr musste er wieder ins Krankenhaus zur Operation. Danach verschlechterte sich sein Zustand zunehmend.

Die DJK Dürnsricht-Wolfring verliert mit Hans Schrott ihren langjährigen Vorsitzenden. Sie hat ihm vieles zu danken. Vorrangig die Erweiterung und Sanierung ihres Sportheims. Dabei war er Zugpferd und Triebfeder. Wer mit ihm in Vorstandssitzungen war, wusste: Da saß einer, der lange Debatten nicht schätzte. Bei ihm ging alles zügig voran. Er machte "Nägel mit Köpfen". Wenn sein Verein spielte, war er da. Als Zuschauer, Lokalpatriot und Club-Chef, der auch in dieser Funktion in die Fußspur seines Vaters trat.

Viele zu verdanken

Am Montagnachmittag ist Hans Schrott im Amberger Klinikum gestorben. Er hinterlässt eine nur schwer zu schließende Lücke. In der Gemeinde tragen viele Projekte seine Handschrift. Die Schulsanierung etwa und die Gestaltung des Platzes vor der Schule und der Kirche. Auch eine Sport- und Mehrzweckhalle wurde gebaut, Baugebiete entstanden. Das waren große Maßnahmen. Die kleinen lassen sich nicht zählen.

Die Fensterbacher trauern gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosa, den Kindern Peter, Karin und Markus um einen Mann, der Verantwortung übernahm, weil er sich bis zuletzt seiner Heimatgemeinde verpflichtet fühlte. Das wird Hans Schrott nicht vergessen werden.
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