Pleiten, Pannen und viel Ärger

Das Dach ist drauf, die Fenster sind drin. Von außen sieht alles ganz normal aus. Doch im Anbau zum Kindergarten in Högling gibt es offenbar eklatante Mängel. Die Gemeinde nimmt sich nun einen sachkundigen Anwalt, außerdem gibt es schon in den nächsten Tagen eine Ortsbesichtigung durch den Gemeinderat. Bild: hou
Politik
Fensterbach
21.10.2016
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Der Bericht war niederschmetternd, er stand nicht auf der Tagesordnung. Bei zwei momentan in der Gemeinde Fensterbach laufenden Bauprojekten gibt es eklatante Mängel. Eine dritte Maßnahme scheint unterdessen zur unendlichen Geschichte zu werden.

Vizebürgermeister Josef Sturm hatte in den vergangenen Tagen drei in der Gemeinde laufende Baumaßnahmen besichtigt. Er griff in seine Tasche, zog einen mehrseitigen Bericht hervor und legte ihn dem im Rathaus tagenden Gemeinderat vor. Anschließend herrschte eine Stimmung des Entsetzens im Plenum. Denn was es zu hören gab, war schlichtweg unglaublich.

Josef Sturm, wegen seiner Kompetenz in Baufragen bekannt, begann mit dem Erweiterungsbau am Kindergarten Högling und zeichnete ein düsteres Bild. "Wir haben da etliche gravierende Mängel", stellte er mit Blick auf die ausführende Firma aus Amberg fest. Zum Beispiel, wie sich ergab, schräge Böden. Bürgermeister Christian Ziegler unterstützte diese von Sturm gewonnenen Eindrücke und gab zu verstehen: "Diese Mängel sieht selbst der Laie."

Was sagt der Planer dazu? "Er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen", ließ Ziegler anklingen. Als danach eine Debatte begann, wurde deutlich, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtheit nicht willens ist, Schludrigkeiten hinzunehmen. "Wir sollten jemand zur Prüfung holen", schlug Gemeinderat Carl Graf zu Eltz vor. Harald Saffert stimmte ihm zu und verlangte: "Man muss sich das zeitnah anschauen. Wir alle." Das soll jetzt auch geschehen.

Termin wackelt


Um nun rasch und zügig handeln zu können, erbat sich Bürgermeister Ziegler Zustimmung für die Beiziehung eines Fachjuristen für Vertrags- und Baurecht. Die Genehmigung dazu wurde ihm einstimmig erteilt. Fraglich ist gegenwärtig, ob der für März 2017 ins Auge gefasste Fertigstellungstermin gehalten werden kann.

Es gab noch eine weitere Hiobsbotschaft an diesem Abend. Josef Sturm hatte sich die im Zuge der Breitbandverlegung ausgeführten Asphaltierungsgarbeiten in Högling angeschaut. Er befand die Deckschichten für völlig unzureichend. "Diese Firma muss alles wieder herstellen, wie es zuvor war", bezog Bürgermeister Ziegler einen klaren Standpunkt. Schlampereien werde man nicht hinnehmen. Auch hier sind wohl sehr deutliche Worte gegenüber dem ausführenden Unternehmen nötig.

"Unendliche Geschichte"


In Wolfring wird seit etlichen Monaten an einem neuen Leichenhaus gebaut. Viele Fensterbacher haben unterdessen dort vorbeigeschaut. Ihre Meinung lässt sich so zusammenfassen: "Hier läuft eine unendliche Geschichte." Da hätte es aus heutiger Sicht ganz strikter Terminabsprachen bedurft, räumte der Bürgermeister ein und bedauerte, dass der Einweihungstermin wohl noch in einiger Ferne ist. "Ich werde aber dafür sorgen", unterstrich Ziegler, "dass an Allerheiligen die Baustelle so sauber ist, dass die Leute vom östlichen Eingang her die Gräber ihrer Angehörigen besuchen können."

Tatsache ist: Erst wenn die sich zäh hinziehenden Bauarbeiten beendet sind, kann das bisher stehende alte Leichenhaus abgebrochen werden. Auch das dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Womit sich die Frage stellt, ob heuer noch alles unter Dach und Fach gebracht werden kann. Nach gegenwärtigem Eindruck wohl eher nicht.
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