Schandflecke als „Visitenkarte“

Eine solche an einigen Seiten bereits zugewucherte Bauruine seit über zwei Jahrzehnten an ihrer Ortseinfahrt zu haben, ist für viele Freihölser Dorfbewohner nur schwer erträglich. Hinzu kommen in unmittelbarer Umgebung zwei weitere Gebäudekomplexe, die dem Verfall preisgegeben sind. Bild: hou
Politik
Fensterbach
14.11.2016
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Die bauliche "Visitenkarte" von Freihöls hat bei einer Bürgerversammlung für Gesprächbedarf gesorgt. Am Ortseingang stehen drei Anwesen, die immer mehr verkommen. Dagegen, hieß es von seiten der Gemeinde, könne man wenig bis nichts tun.

/Freihöls. Als im Knöllinger Schützenheim die Bürgerversammlung tagte, waren etliche Bewohner von Freihöls erschienen. Zur Zielscheibe ihres Unmuts wurde eine unverputzte Bauruine, die seit mehr als zwei Jahrzehnten genau im Blickfeld derer steht, die ins Dorf kommen. Der in Amberg wohnende Besitzer kümmert sich nicht. Ihm scheint der Zustand egal zu sein.

"Wann wird hier endlich etwas unternommen?", wurde in der Bürgerversammlung gefragt. Gemeindeoberhaupt Christian Ziegler formulierte seine Antwort in zwei Teilen. Erstens: Gegen den baulichen Zustand könne nichts unternommen werden. Zweitens: "Wir werden jetzt auf die Einhaltung der Räum- und Streupflicht drängen." Komme der Eigentümer dieser gesetzlich geregelten Aufgabe nicht nach, will Ziegler Anweisung geben, das Räumen und Streuen durch die Gemeinde erledigen zu lassen. "Dann bekommt der Besitzer Rechnungen."

Eine ähnliche Verfahrensweise wünschte sich ein Freihölser Bürger für das unmittelbar an die Bauruine grenzende mehrstöckige Gebäude, das einst als Sitz der Förster und später im zweiten Weltkrieg auch als eine Art Lazarett diente. Das schlossartige Haus mit langer Geschichte, an sich ein den Ort dominierendes bauliches Kleinod, verkommt mehr und mehr. Es ist seit vielen Jahren unbewohnt. Gleichwohl, so wurde in der Bürgerversammlung deutlich gemacht, müsse dem Besitzer zumindest seine Räum- und Streupflicht klar vor Augen geführt werden. Er wohnt nicht in Freihöls. Wer am Trottoir Schnee schippt und das Unkraut aus dem Rinnstein entfernt, ist auch ihm gleichgültig.

Mit Blick auf die Bauruine des Mannes aus Amberg kam in der Bürgerversammlung noch ein weiterer Hinweis an die Gemeindeverwaltung. In anderen Kommunen, so hieß es, seien Sicherungszäune rings um solche maroden Gebäude angeordnet worden. Zum einen wegen möglicher Einsturzgefahr und zum anderen wegen eventuell in derartigen Ruinen spielender Kinder. Lediglich ein Hinweisschild "Eltern haften für ihre Kinder" könne wohl nicht genügen.

Was tun, wenn der Besitzer Rechnungen für den Winterdienst nicht zahlt? Auch dazu gab es eine Bürgermeinung. Dann müsse man eben danach trachten, für die Kosten eine Grundschuld eintragen zu lassen.
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