47 Jahre lang stand Hans Schrott sen. an der Spitze seiner Gemeinde - 93-jährig stirbt er nach ...
Trauer um Altbürgermeister Hans Schrott sen.

Innerhalb kurzer Zeit sind nun beide gestorben: Links Altbürgermeister Hans Schrott sen., rechts sein Sohn Hans Schrott jun. Die Aufnahme entstand im April 2015 bei einer Geburtstagsfeier in Dürnsricht. Bild: hou
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Fensterbach
23.04.2016
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Sein Name war politische Legende. Er diente fast fünf Jahrzehnte lang als Gemeindeoberhaupt und war auch Pionier der Genossenschaftsbewegung. Am Freitag ist der Fensterbacher Altbürgermeister Hans Schrott sen. im Alter von 93 Jahren gestorben.

Als sein Sohn Hans Schrott jun. im Vorjahr einem Krebsleiden erlag, wollte sein Vater unbedingt an dessen Beerdigung teilnehmen. Es war, wenn man so will, sein letzter Auftritt in der Öffentlichkeit. Danach zwang ihn das hohe Alter, sich mehr und mehr in sein Dürnsrichter Haus zurückzuziehen. Gestern in den frühen Morgenstunden ist er dort gestorben.

"Schrott Senior" nannten sie ihn. Respektvoll und mit Hochachtung vor einem Lebenswerk, das im kommunalpolitischen Bereich wohl bayernweit seinesgleichen sucht. Hans Schrott hatte 1949 das Bürgermeisteramt in der damaligen Gemeinde Knölling vom Vater übernommen. Er behielt es 47 Jahre und stellte damit einen landesweiten Rekord auf. Danach wurde sein Sohn Hans Schrott jun. zum Gemeindeoberhaupt gewählt. Im Sommer 2015 starb er.

Mit dem Begriff "Pionier" sollte sparsam umgegangen werden. Auf den CSU-Mann aus Fensterbach trifft er zu. Schrott leistete Entwicklungsarbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister. Das geschah nicht immer ohne Diskussionen. Doch der Landwirt behauptete sich. Mit Entscheidungen und Planungen, die bis heute im Gemeindebereich deutlich sichtbar sind. Nach seinem Rückzug aus der Kommunalpolitik vor vielen Jahren mischte er sich nie mehr ein. "Ich mache mir meine Gedanken, aber ich sage nichts", ließ er schmunzelnd bei einer letzten Begegnung im April 2015 wissen.

Der Name Schrott steht aber auch als Markenzeichen für kontinuierliche Arbeit im Genossenschaftswesen. 1946 übernahm er die "Spar- und Darlehenskasse"in Dürnsricht, zehn Jahre darauf wurde er Chef der lokalen Raiffeisenbank. Auch diese Position behielt Hans Schrott über Jahrzehnte hinweg und führte sein Geldinstitut zu beachtlicher Blüte.

Als Landwirt fühlte sich Schrott berufsständischen Verbänden eng verbunden. Er wirkte, ebenfalls im Ehrenamt, in zahlreichen Organisationen mit, war Ratgeber und Interessensvertreter. Sein Engagement wurde Hans Schrott mit Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischen Verdienstorden und der Landkreisverdienstmedaille gelohnt. Das freute ihn bis ins hohe Alter hinein.

Am Montag muss Abschied von ihm genommen werden. Um 14.30 Uhr beginnt in der Dürnsrichter Pfarrkirche der Rosenkranz, um 15 Uhr schließt sich das Requiem an. Danach wird Hans Schrott auf dem angrenzenden Friedhof zu Grabe getragen.
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