Fensterbacher Altbürgermeister Hans Schrott sen. zu Grabe getragen
„Ein Architekt seiner Gemeinde“

Feuerwehrmänner aus der Gemeinde Fensterbach trugen den Sarg mit den sterblichen Überresten von Hans Schrott sen. an das Grab. Der Altbürgermeister war am Freitag in Alter von 93 Jahren gestorben. Bild: hou
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Fensterbach
27.04.2016
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Die große Zahl der Trauergäste ließ erahnen, welcher Sympathie und Wertschätzung sich Hans Schrott sen. erfreute. "Er war ein Mann mit Tatkraft", sagte Pfarrer Michael Hoch, als man den im Alter von 93 Jahren verstorbenen Altbürgermeister zu Grabe trug.

Dürnsricht. (hou) Seine alten Weggefährten waren alle da. Voran die ehemaligen Staatssekretäre Otto Zeitler und Marianne Deml, die Altlandräte Hans Schuierer und Volker Liedtke. Dazu der Kirchenchor, in dem Hans Schrott viele Jahre lang sang, und die Fensterbacher Blaskapelle, der er sich eng verbunden fühlte.

Beim Requiem in der Dürnsrichter Kirche sagte Pfarrer Michael Hoch: "Er war im besten Sinn des Wortes ein Macher." 47 Jahre im Amt des Bürgermeisters, mit Tatkraft ausgestattet und "einer, der viel geschafft hat". Auch für die Pfarrei, wie der Geistliche ausdrücklich betonte. Hans Schrott sei aber auch immer mit Leib und Seele Landwirt gewesen. "Fleißig, durchsetzungsstark und zielstrebig hat er gearbeitet", ergänzte Pfarrer Hoch. Dann unterstrich er: "Schrott hat Menschen zusammengeführt."

Mit Herz und Verstand


Nach dem Trauergottesdienst, den zusammen mit Pfarrer Hoch drei weitere Geistliche zelebrierten, ergriff der amtierende Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler das Wort. Er nahm Abschied "von einem Mann mit Herz und Verstand". Schrotts Leben habe neben der Familie vorrangig der Gemeinde gegolten, immer bedacht darauf, Zusammenhalt und Grundlagen zu schaffen. Darauf habe sein Sohn Hans Schrott jun., im vergangenen Jahr verstorben, als Nachfolger im Bürgermeisteramt aufbauen können.

Stellvertretender Landrat Jakob Scharf erinnerte daran, dass Hans Schrott sen. 24 Jahre lang den Kreistagen Nabburg und Schwandorf angehörte. "Er hat Weichen für seine Heimat gestellt", hob Scharf hervor, nannte Schrott "einen Architekten seiner Gemeinde" und dankte ihm auch für seine Treue zur CSU.

Schrott galt bayernweit als Pionier der Raiffeisen- und Genossenschaftsbewegung. Daran erinnerte Bernhard Werner, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank im Naabtal. "47 Jahre war er für uns tätig", ließ Werner anklingen und erinnerte daran, dass sich der Bankdirektor a. D. bleibende Verdienste erworben habe. Sowohl im Geldinstitut als auch im Genossenschaftsverband Bayern.

Spuren hinterlassen


Für die vielen Organisationen, denen Hans Schrott angehörte, ergriff der DJK-Vorsitzende Stefan Obendorfer das Wort. Er hob hervor: "Für Schrott waren Vereine ein Zeichen engen Zusammenhalts in unserer Gemeinde." Schrott gründete einst die Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Oberpfalz, stand lange Zeit an der Spitze dieser Organisation. "Er hat Spuren hinterlassen, die bis heute sichtbar sind", sagte Vorsitzender Alois Weig in seiner Trauerrede. Uniformierte von den drei Feuerwehren der Gemeinde trugen danach den Sarg zum Grab auf dem Dürnsrichter Friedhof. Böllerschüsse hallten, Fahnen senkten sich, die Blaskapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Es war ein letzter Salut für den "König vom Fensterbachtal", wie sie ihn im Volksmund nannten.
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