„Gerüchte alle unwahr“
Landrat gibt bei Landvolk Überblick zur Flüchtlings-Situation im Landkreis

Landrat Thomas Ebeling informierte über die Situation zum Thema Flucht und Asyl im Landkreis Schwandorf. Bild: nib
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Fensterbach
27.01.2016
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Bei der Jahreshauptversammlung der Katholischen Landvolkbewegung der Ortsgruppe Dürnsricht-Wolfring stand ein Vortrag zu einem sehr aktuellen Thema auf der Tagesordnung. Vorsitzender Thomas Schmid konnte deshalb neben den Mitgliedern auch viele Gäste aus Fensterbach und den umliegenden Gemeinden begrüßen.

-Dürnsricht. Das Thema Flucht und Asyl ist überall im Gespräch. So freute sich Vorsitzender Thomas Schmid mit Landrat Thomas Ebeling den Ansprechpartner zu diesem Thema im Landkreises Schwandorf begrüßen zu können. Unter den Gästen waren mit Christian Ziegler und Josef Deichl auch die Bürgermeister aus Fensterbach und Schmidgaden sowie der amtierende Kreislandvolkpfarrer Michael Hoch und Richard Salzl und die Kreisvorsitzende des Landvolks, Bianca Wendl.

1750 Asylsuchende


Schmid gab eine kurze Einführung zum Asylrecht. Diese umfasste Begrifflichkeiten wie Asyl, Aufenthaltsstatus oder Flüchtling, das Grundgesetz als Rechtsgrundlage oder Themen wie Rechte und Pflichten der Asylsuchenden. Schmid ging auch kurz auf die Abgrenzungen zum Thema Zuwanderung oder die Bedeutung von Migration ein. Anschließend gab Landrat Thomas Ebeling einen Überblick über die Situation im Landkreis. Aktuell ist der Landkreis für 1750 Asylsuchende verantwortlich.

Eine Sonderstellung nehmen unbegleitete Minderjährige ein: "Hier handelt es sich um einen sehr komplexen Sachverhalt bei dem das Jugendhilferecht anzuwenden ist." Ebeling gab die Zahl der Jugendlichen mit 78 an und verwies darauf, dass die notwendigen Betreuer fehlen und aktuell auch keine Aussicht besteht, welche zu finden.

Die Aufwendungen für einen Asylsuchenden betragen 140 Euro Taschengeld für den Lebensunterhalt, Bekleidungs-Gutscheine und die Unterkunft. "Es gibt immer wieder Gerüchte darüber, was Asylsuchenden vom Landkreis darüber hinaus bezahlt worden sein soll - ich bin diesen nachgegangen und sie haben sich alle als unwahr heraus gestellt", versicherte Ebeling. Damit liegt die Unterstützung unter dem Sozialhilfesatz und ist keinesfalls eine "Rundumvollversorgung".

Der Landkreis erbringt große Leistungen bei Logistik, Aufnahme und Integration - das sei aber nicht über Jahre hinweg durchzuhalten, stellte der Landrat klar. Im Landkreis leben aktuell 150 anerkannte Asylanten. Ebeling verwies auf die christliche Pflicht zu helfen, er betonte aber auch, dass die Fragen "was können wir tatsächlich als Bundesrepublik verkraften" und "wie soll unsere Gesellschaft einmal aussehen" geklärt werden müssen.

Positives Miteinander


Über durchweg positive Erfahrung beim Miteinander von Bewohnern und den Flüchtlingen berichtete die Kreisvorsitzende Bianca Wendl. In ihrem Heimatort leben rund 20 Flüchtlinge mit den 100 Einwohnern schon seit Jahren ohne Probleme zusammen. Allerdings ist das Leben in kleinen Orten ohne Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr für die Betroffenen mit vielen Schwierigkeiten verbunden.

Pfarrer Michael Hoch erkundigte sich beim Landrat über die Zusammenarbeit des Landkreises mit kirchlichen Institutionen und den Wohlfahrtsverbänden. "Ohne die ehrenamtlichen Helfer wären die Aufgaben nicht zu stemmen", lobte Ebeling die Helfer und schloss dabei auch die Feuerwehren, das THW, BRK und die Johanniter mit ein. Eine Koordinierungsstelle entstehe gerade am Landratsamt, um die Hilfe besser zu verteilen und im Rahmen eines Modellversuchs wird durch die Caritas eine Asyl-Sozialberatung angeboten. Hoch sprach auch den Flüchtlingsfonds der Diözese an. Hier können freiwillige Helfer finanzielle Unterstützung für ihre Hilfsangebote an Flüchtlinge beantragen.

Aktives Landvolk


In seinem Jahresbericht ging Thomas Schmid auf die vielfältigen Termine der KLB-Ortsgruppe ein: "Wir sind sehr aktiv hier vor Ort und haben auch eine ganze Reihe von überörtlichen Terminen wahrgenommen." So erinnerte Schmid an die Bibelgespräche, die regelmäßig stattfinden und unterschiedlich gut besucht sind. Auch der Verkauf aus dem Eine-Welt-Laden und der Küchl- und Lebkuchenverkauf für die Senegal-Aktion wurden gut angenommen.

Besonders erfreulich sei die Beteiligung der KLJB Högling, die den Verkauf vor der St.Margareta-Kirche übernommen hat. Im Rahmen der Aktion "Frieden geben - Frieden leben" hat der Kreisverband einen Baum in Dürnsricht gepflanzt; und im abgelaufenen Jahr war die KLB Ortsgruppe Gastgeber im Jugendheim in Wolfring für den Familienbildungs-Sonntag. Bei einer Vorschau auf 2016 lud Schmid zum Bibelgespräch am 3. Februar ein.
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