IG Bau-Senioren
Flexible Übergänge unabdingbar

Bei einer Konferenz in Wolfringmühle mit Neuwahlen wurde Richard Renner (vorne, Dritter von links) wieder Vorsitzender der IG BAU-Senioren Oberpfalz. Bild: hfz
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Fensterbach
26.10.2016
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Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 14 000 Bauarbeitern in der Oberpfalz sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal 211 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über 60-Jährigen aus.

In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 766 Beschäftigte, wie der Seniorenvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt Oberpfalz, Richard Renner, mitteilt. Für die IG BAU Oberpfalz sprechen die Zahlen eine klare Sprache: "Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top - entweder volles Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein", kritisiert Richard Renner. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible Übergänge in die Rente geben - ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.

Für ein "Alters-Flexi"


Die derzeit von der Bundesregierung geplante "Flexi-Rente" sei dabei keine Lösung. "Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden. Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts", sagt Lang. Ab 55 oder 60 Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die "reinste Utopie".

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein "Alters-Flexi", das besonders Beschäftigten im Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Richard Renner "Wer als Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur Kurzarbeitergeld bekommen." Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug Spielraum.

Das "Alters-Flexi" soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen. Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf "Alters-Hartz-IV" angewiesen - "und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben".

Für die Bauwirtschaft in der Oberpfalz sei das frühe Ausscheiden erfahrener Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. "Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben", ist sich der wiedergewählte IG BAU-Seniorenvorsitzende, Richard Renner sicher. So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.

Ihm zur Seite stehen Karlheinz Zandt als Stellvertreter und als Beisitzer Reinhold Seebauer, Peter Greger, Lothar Hänsch, Erich Hader, Adolf Wagner, Leonhard Wegmann, Jutta Weingärtner, Werner Birner sowie Wilhelm Bauer.
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