Kindergarten-Anbau in Högling
Baufirma trägt Kosten

Nur zwei Tage nach den in einer Gemeinderatssitzung bekannt gewordenen Mängeln ließen sich die Mitglieder des Plenums vor Ort die beim Kindergarten-Anbau in Högling zutage getretenen Unzulänglichkeiten von Vizebürgermeister Josef Sturm (im Hintergrund, mit Hut) zeigen. Kurzfristig wird nun auch ein Bausachverständiger nach Högling kommen. Bild: hou
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Fensterbach
24.10.2016
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Zuerst die gute Nachricht: Eine für den Kindergarten-Anbau in Högling verantwortliche Amberger Baufirma will alle Kosten für die Behebung zutage getretener Mängel übernehmen. Schlechte Kunde allerdings: Es gibt wohl eine Reihe solcher Unzulänglichkeiten. Der Gemeinderat sah sie sich an.

Vizebürgermeister Josef Sturm hatte das im Rathaus tagende Plenum über die Mängel informiert (wir berichteten). Daraufhin folgte zeitnah eine Ortsbesichtigung durch den Gemeinderat. Das Ergebnis: Es sind Zustände vorhanden, die der Behebung bedürfen.

"Keineswegs so, dass man hier etwas abreissen müsste", unterstrich Bürgermeister Christian Ziegler und trat damit kursierenden Gerüchten entgegen. Gleichwohl aber ließ er anklingen: "Wir haben einen Ferrari für die Bauarbeiten engagiert und sind wohl bei einem Goggomobil gelandet."

Mit dem Auge des Laien ist vieles auf den ersten Blick nicht erkennbar. Doch als Vizebürgermeister Josef Sturm die Wasserwaage anlegte, wurde deutlich, dass da etliches nicht so vonstatten ging in diesem Kindergarten-Anbau, wie es profihaftem Vorgehen entsprechen würde. Eine Reihe dieser Mängel sind nach Sturms Auffassung "im Toleranzbereich". Andere aber offenbar nicht.

Bürgermeister Ziegler brach eine Lanze für den Planer und Architekten. Der Mann habe schon seit einiger Zeit Unzulänglichkeiten moniert, sei kritisch mit den Dingen umgegangen. Doch da sei er offenbar auf taube Ohren gestoßen. Bei der Ortsbesichtigung teilte Ziegler dem Gemeinderat mit, dass sich die ausführende Baufirma unterdessen bereit erklärt habe, für die Behebung der Mängel einzustehen. Von daher sei bereits Klarheit darüber geschaffen, dass nichts an der Kommune hängen bleibe.

Unterdessen hat Bürgermeister Ziegler, wie vom Gemeinderat gewünscht, eine Schwandorfer Rechtsanwaltskanzlei mit der Wahrnehmung der Fensterbacher Interessen beauftragt. Die Juristen sind, wie Ziegler informierte, auf Baurecht spezialisiert. Konsultiert wurde ferner ein Bausachverständiger. Der Experte will zeitnah nach Högling kommen, die Baustelle besichtigen und ein Gutachten anfertigen. Bei dieser Information drängte Gemeinderat Erich Saffert darauf, dass die Gewährleistungspflicht für die Baufirma verlängert wird. Er fragte: "Was ist, wenn alles unter Putz liegt und erst Jahre später Schäden sichtbar werden?"

In Högling gibt es momentan noch einen weiteren Stein des Anstoßes. Im Auftrag der Telekom wurde dort das Breitband verlegt. Dazu mussten Bürgersteige aufgerissen und wieder zugeschüttet werden. Danach kam eine Asphaltschicht auf Gehwege, die in keiner Weise dem ehemaligen Zustand entspricht. Mehrere Hundert Meter sind zwischenzeitlich mit dieser Schicht versehen. "Doch sie muss entfernt und so angelegt werden, wie der ursprüngliche Zustand war", beschrieb Josef Sturm seinen Standpunkt und erhielt uneingeschränkte Zustimmung.

Der Grund für den Murks: Eine rumänische Bauarbeiterkolonne hat die Asphaltschicht per Hand eingebracht. "Mit Besen und einer sogenannten Krücke", wie bei der Ortsbesichtigung deutlich wurde. Inzwischen ist ein Baustopp für die Wiederherstellung der Trottoirs verfügt. "Wir wollen, dass sie so aussehen wie vor der Breitbandverlegung ", zeigte sich Bürgermeister Ziegler kompromisslos.
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