Nur 200 Meter zu den Häusern

Es darf weiter gesprengt werden. Das Bergamt Nordbayern hat die Erweiterung einer Sandgrube bei Freihöls auf über 44 Hektar Gesamtfläche genehmigt. Gesetzlich geregelte Mindestabstände zwischen solchen Tagebaubetrieben und Wohnbebauungen gibt es bis heute nicht. Die Entscheidung darüber obliegt allein der Bergbehörde. Bild: hou
Vermischtes
Fensterbach
23.06.2016
32
0

Die Information war kurz und sachlich. Doch man merkte Bürgermeister Christian Ziegler an, dass ihm einiges nicht gefiel an der Entscheidung des Bergamtes Nordbayern. Die Behörde hat am 13. Mai die Erweiterung einer Sandgrube bei Freihöls genehmigt.

Die Mehrzahl der Einwohner von Freihöls ist in den letzten beiden Jahren gegen die nahezu gigantische Erweiterung der Grube um das Doppelte ihrer bisherigen Fläche auf die Barrikaden gegangen. Der Grund ist durch überregionale Medienberichterstattung zwischenzeitlich bundesweit bekannt. In der Vergangenheit hatte es bei Sprengungen immer wieder massive Erschütterungen gegeben, mussten auch Schäden an Gebäuden hingenommen werden.

Diese Sorgen, Ängste und Nöte waren heuer im Februar bei einem sogenannten Einwendertermin dem Bergamt und auch dem Grubenbetreiber "Heidelberger Sand & Kies" vorgetragen worden. In einem mehr als 80 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss, der einer Genehmigung gleich kommt, finden die Debatten darüber nun wohl Erwähnung. Doch die Bedenken werden, um es generell auszudrücken, als eher unbegründet zurückgewiesen.

Bürgermeister Christian Ziegler hatte dem Einwendertermin im Februar beigewohnt, sich an die Seite der Freihölser Bürger gestellt und auch Gegenargumente vorgebracht, die gemeindliche Interessen betrafen. "Alle unsere Einsprüche wurden nicht anerkannt", berichtete er nun dem im Rathaus tagenden Gemeinderat. Außer, wie er hinzufügte, dies: "In Freihöls bleiben dauerhaft zwei aufgestellte Geräte, die zur Aufzeichnung der Sprengungsvorgänge dienen." Mehr aber auch schon nicht. Allerdings müssen die Freihölser zur Kenntnis nehmen, dass im Schadensfall die Beweislast bei ihnen liegt.

Den Dorfbewohnern war es in der Auseinandersetzung vorrangig auch darum gegangen, dass vorgegebene Mindestabstände zwischen Tagebaubetrieben (in Sonderheit solcher, die sprengen) und Wohnbebauungen endlich im Gesetz festgeschrieben werden. Ähnlich denen bei Windrädern. Dies ist bisher nicht der Fall. Bergämter können darüber in eigener Zuständigkeit entscheiden.

Für Freihöls bedeutet das: Am westlichen Ortsrand kann laut dem bis ins Jahr 2050 reichenden Planfeststellungsbeschluss die Grube bis auf knapp 200 Meter an die Häuser heranrücken. In nördlicher Richtung wären es sogar nur rund 50 Meter, wobei in diesem Fall noch die Bahnlinie Schwandorf-Amberg dazwischen liegt.

Fernsehteam kommt


Am kommenden Wochenende erscheint nun erneut ein Fernsehteam in Freihöls. Es kommt vom ZDF in Mainz und dreht für das Magazin "terraXpress". Der Bürgermeister will dabei sein. Im Gemeinderat war sein Vortrag rein informatorisch. Der Beschluss des Bergamtes Nordbayern mit Sitz in Bayreuth liegt gegenwärtig im Rathaus zur Einsicht aus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sandgrube (8)Bergamt Nordbayern (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.