Oberpfälzer Lehrertag
Zeit für Bildung nehmen

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann (Dritte von links), sprach beim Oberpfälzer Lehrertag im Gasthof-Hotel Wolfringmühle. Unser Bild zeigt sie zusammen mit (von links) stellvertretendem Landrat MdL Joachim Hanisch, Bezirksvorsitzender Ursula Schroll, Margit Wild, Jürgen Mistol und Thomas Unger. Bild: ohr
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Fensterbach
21.04.2016
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Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann (Dritte von links), sprach beim Oberpfälzer Lehrertag im Gasthof-Hotel Wolfringmühle. Unser Bild zeigt sie zusammen mit (von links) stellvertretendem Landrat MdL Joachim Hanisch, Bezirksvorsitzender Ursula Schroll, Margit Wild, Jürgen Mistol und Thomas Unger. Bild: ohr

"Aufbrechen - Zeit für Bildung": Dieses Motto des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) stand im Mittelpunkt des Oberpfälzer Lehrertages. Die meiste Zeit muss in den Aufbau einer Beziehung zum Kind investiert werden. Das betonte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann in ihrem Vortrag.

-Wolfringmühle. "Zeit" und "schnell", betonte BLLV-Bezirksvorsitzende Ursula Schroll, bei der Versammlung im Hotel-Gasthof Wolfringmühle würden gegenwärtig häufig in Verbindung gebracht: In kürzerer Zeit soll immer mehr effektiver erledigt werden.

"Diese Entwicklung hat längst Einzug in die Schule gehalten", lautete ihr Fazit. Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleiter und Schulverwaltung stünden unter dem gleichen Druck. Die Zahl der "schwierigen" Kinder nehme dramatisch zu. Inklusion und Ganztagsschule könnten in der gewünschten Intensität und Qualität wegen fehlender Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden, "weil die Zeit fehlt."

Der Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler hob die gute Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogischen Zentrum Amberg bei der Unterrichtung der Kombiklasse an der Grundschule Fensterbach hervor. Die 24 Kinder werden von fünf pädagogischen Kräften betreut. Das Gemeindeoberhaupt sprach sich auch dafür aus, den Eltern den Druck und die Angst bei der Entscheidung zur Schullaufbahn ihrer Kinder durch verstärkte Zusammenarbeit zu nehmen. Zeit für Bildung bedeutet für BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann in erster Linie Zeit für die Kinder und Jugendlichen. Man müsse sich Zeit nehmen, um die Schüler in ihrem Entwicklungsprozess angemessen begleiten und fördern zu können, betonte die Sprecherin.

Große Herausforderungen


Die Herausforderungen an Schule und Lehrer würden größer und vielfältiger. In diesem Spektrum nehme die Situation der Flüchtlinge den zentralen Raum ein. Sie mittel- und langfristig in die Gesellschaft zu integrieren, hänge wesentlich auch von der Schule ab. Sie sei der Hauptort für Bildung und Integration. Deutsche Eltern dürften aber in den Integrationsmaßnahmen keine Benachteiligung ihrer eigenen Kinder sehen. Diese Herausforderungen gemeinsam bestmöglich zu bewältigen, stehe für den BLLV außer Frage. Dazu sei aber Unterstützung notwendig. Bei Gesprächen mit dem Kultusministerium werde hingehört, was der BLLV sagt. Der Verband habe für den Nachtragshaushalt 2016 zusätzlich zu den für Oktober bis Dezember bereitgestellten Mitteln mindestens 125 Millionen Euro gefordert, 160 Millionen würden nun zur Verfügung gestellt. Jetzt gemeinsam, unbürokratisch, regional und kreativ handeln, heiße die Devise.

Geld und Zeit fehlen


In Bayern gibt es laut Fleischmann derzeit 70 000 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Aber für echte Inklusion fehlen Personal, Geld und Zeit. Erfahrungen aus der Praxis hätten gezeigt, dass sich die Lehrer für die Umsetzung der Inklusion aussprechen und versuchen, sie mit viel Engagement zu realisieren. Sie würden sich mit der Aufgabe aber allein gelassen fühlen. Die Schule müsse sich auf die eigentlichen Aufgaben besinnen, die Rahmenbedingungen benennen, die täglichen Herausforderungen annehmen und "Zeit zur Gestaltung einer guten Schule für alle haben", betonte die BLLV-Präsidentin abschließend.

Im Anschluss ergriffen die Vertreter der politischen Parteien Margit Wild (SPD), Joachim Hanisch (FW) und Jürgen Mistol (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Thomas Unger von der Regierung der Oberpfalz kurz das Wort. Viel Applaus bekamen die Gitarrengruppe der Mittelschule Schmidgaden unter der Leitung von Walter Kral und der Squaredance, den Marianne Schimmer mit den Schülern einstudiert hatte.
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