Weihnachtstrucker rüsten sich für Hilfsconvoi nach Rumänien
Eine Tour des guten Willens

Es geht wieder los: Kurz vor dem 24. Dezember stapeln sich in einer der Godelmann-Werkshallen Tausende von Geschenkpaketen, die von den Weihnachtstruckern in einem Konvoi nach Rumänien zu Kindern, Kranken und alten Menschen gebracht werden. Archivbild: hou
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Fensterbach
17.11.2016
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Auch in Europa herrscht zum Teil noch bitterste, nahezu unvorstellbare Armut. Zum Beispiel in Rumänien. Deswegen brechen die in ganz Bayern unter dem Namen Weihnachtstrucker bekannten Lkw-Fahrer auch heuer auf, um mit Paketen bei Bedürftigen ein Freudenlicht anzuzünden.

Högling. Bei der Firma Godelmann werden nicht nur Steine und Platten hergestellt. Die Leute in der Höglinger Unternehmenszentrale stehen auch im engen Schulterschluss, wenn es darum geht, etwas für Kinder, Kranke und alte Menschen zu tun.

Seit vielen Jahren wird am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Lkw-Konvoi nach Rumänien aufgebrochen. Dies geschieht unter der Führung von Uli Bauriedl, der aus seinen Erfahrungen weiß: "In Siebenbürgen warten viele sehnsüchtig auf uns." Denn immer dann, wenn die Trucker eintreffen, beginnt auch im ärmsten Teil des ehemaligen Ostblockstaats für Tausende von Bedürftigen das Christfest - ein Tag der Freude inmitten eines tristen Lebens.

Die Tour ist lang, der Weg bisweilen ungeteert und steinig. Doch Bauriedl und seine Helfer nehmen ihn in Kauf. Bis zum Silvestertag sind sie meist unterwegs, um ihre Fracht direkt bei den Armen abzuliefern.

Heuer stehen acht Lastzüge bereit, um die bis dahin in einer der Godelmann-Hallen gelagerten Pakete an Bord zu nehmen. Was sich zuvor abspielt, ist ein exakt abgestimmter Logistikplan, an dessen Beginn auch 2016 die Bitte um Spenden-Pakete steht. Was sollten die Kartons enthalten? Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis Nudeln, Hygieneartikel. Dazu Kekse, Schokolade und kleine Geschenke für Kinder. Eine genaue Auflistung dessen, was in die Kartons zu legen ist, gibt es im Internet (www.weihnachtstrucker.eu).

Die Gaben können von Donnerstag, 1., bis Dienstag, 20. Dezember, bei allen Dienststellen der Johanniter abgegeben werden. Auch in Filialen der Supermarktkette Lidl nimmt man sie entgegen. Wenn es zur Spende mehrerer Kartons kommt, rücken auch Godelmann-Mitarbeiter aus und holen sie ab (Telefon 09438/9 40 40). Bei Godelmann selbst können Kartons bis Freitag, 16. Dezember, angeliefert werden. Falls sich Unternehmen dazu entschließen, auf Weihnachtspräsente an ihre Kunden zu verzichten und stattdessen Geldbeträge an die Aktion der Weihnachtstrucker zu spenden, kann dies unter der genannten Rufnummer mitgeteilt werden. Auszubildende von Godelmann werden dann in enger Zusammenarbeit mit der Grundschule Fensterbach mit den zur Verfügung gestellten Beträgen einkaufen und die Pakete packen.

Es geht also wieder los. Mit Uli Bauriedl an der Spitze und Fernfahrer diverser Speditionen, die allesamt ohne Entlohnung auf ihre lange Reise gehen. Eine Tour des guten Willens, der mitunter Hürden im Weg stehen: Schlammige Pfade statt geteerter Straßen, schier endlose Grenzaufenthalte wegen nicht nachvollziehbarer Zollkontrollen. "Doch das", sagt Uli Bauriedl, "ist immer dann vergessen, wenn du in die Gesichter dieser bitterarmen Menschen schaust."
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