Alles für das Auerhuhn

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (Fünfter von links) machte sich im Beisein von unter anderem Landrat Hermann Hübner (rechts daneben) ein Bild von der Waldabteilung "Königsheide". Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
21.10.2015
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Waldabteilung "Königsheide" - später Nachmittag. Windstille, Nieselregen, dichte Wolken. Es würde nicht überraschen, wenn plötzlich das Moorweiblein aus dem Nebel steigen würde - dort, wo es dank großflächig renaturierter Moore und extra gepflegter Waldbestände dem Auerhuhn ganz besonders gut gefällt.

Jetzt hat Landwirtschaftsminister Helmut Brunner diese "geadelte Höhe" - wie Landrat Hermann Hübner sagte - im Zuge des Wald-Naturschutz-Jahrs besucht. Er hat sich selbst ein Bild davon gemacht, was der Forstbetrieb Fichtelberg mit dem Landesbund für Vogelschutz, dem Bergwaldprojekt und dem AELF Bayreuth in den vergangenen Jahren für den Naturschutz und den vom Aussterben bedrohten Vogel geleistet hat.

"Er ist ein ganz besonderes Juwel hier im Fichtelgebirge, und wir werden alles tun, um den Lebensraum des Auerhuhns zu erhalten", versprach Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler. Und für seine Leistungen brauche sich der Forstbetrieb mit seiner hochmotivierten Mannschaft, für die der Naturschutz im Wald Verpflichtung und Herzensangelegenheit sei, absolut nicht zu verstecken. Unter anderem wurden 100 Hektar Moore renaturiert sowie über 16 Hektar Blockfelder und Felsköpfe freigestellt. In den letzten Jahren wurden mehrere 100 000 Euro investiert. Minister Brunner war beeindruckt vom Auerwild-Management des örtlichen Forstbetriebs, das zeige, wie durch gezielte Waldbewirtschaftung und durch eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten effektiver Artenschutz gelingen könne.

"Mit dem Aktionsjahr soll die Erfolgsgeschichte 'Waldnaturschutz' in der Öffentlichkeit präsenter werden", wünscht sich der Minister und betonte, "dass wir mit einer nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung überzeugen, die alle Funktionen unserer Wälder berücksichtigt - Holznutzung, Lebensraum und Erholungsort." Für viele Waldbesitzer sei der Naturschutz eine Herzensangelegenheit. Die Maßnahmen im Forstbetrieb stellten Servicestellenleiter Martin Hertel und Revierleiter Toni Eichermüller vor: gezieltes Freistellen von Heidelbeer-Sträuchern, soweit möglich Verzicht auf Zäune, kontinuierliche Wiedervernässung von Moorflächen, die zudem aktiver Klimaschutz ist, Vermeiden von Störungen, Verringerung von Gefahren durch Fressfeinde und vieles mehr. 40 bis 50 Stück Auerwild leben derzeit im Fichtelgebirge - mit guter Zukunftsprognose.

"Naturschutz und Naherholung, das funktioniert hier bestens", bestätigt Landrat Herrmann Hübner. Urlauber wollten zwar Action, aber sich auch dort erholen, wo man auf den Tierschutz achtet. " Da, wo das Auerhuhn wohnt, ist auch gut Urlaub zu machen."
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