Ein gutes Jahr im "Traumjob"

Bürgermeister Georg Ritter hat wenig Zeit für Hobbys. Gelegentlich blättert er in heimatgeschichtlichen Büchern. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
07.05.2015
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Bürgermeister Georg Ritter kommt nach einer anstrengenden Sitzung heim. Der Wasserzweckverband Oberes Fichtelnaabtal hat getagt. Er ist zweiter Vorsitzender des Gremiums. Eine Brotzeit - und schon wartet der nächste Termin.

Ein großer Schluck Apfelsaft, ein Käsebrot - und er ist er bereit, unserer Zeitung Rede und Antwort über das erste Jahr als Rathauschef zu stehen. Und das Fazit nimmt er gleich vorweg: "Ein Traumjob". Obwohl es Georg Ritter in den ersten acht Amtsmonaten alles andere als leicht hatte:

Er war Kämmerer der Gemeinde, so dass diese Stelle nach seinem Amtsantritt unbesetzt war. Die Arbeit konnte nicht liegenbleiben. Seit 1. Mai vorigen Jahres ist zudem der Verwaltungsleiter, einer von Ritters Gegenkandidaten im Wahlkampf, im Krankenstand. Auch dessen Dienst musste getan werden. Ritter war also in drei Ämtern involviert. Aushilfsweise wurde die Gemeinde von dem ehemaligen Leiter der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg, Gerhardt Kormann, unterstützt.

Betrieb muss laufen

Im Vordergrund stand natürlich, den normalen Betrieb aufrechtzuerhalten. "Manches weniger Wichtige musste hintenan gestellt werden", sagt er. "Mit der neuen Kämmerin, die auch Verwaltungsleiter-Aufgaben miterledigt, haben wir aber eine engagierte Mitarbeiterin gefunden."

Längst trägt das Chefzimmer im Rathaus Ritters Handschrift: Da hängen jetzt Bilder mit ehemaligen und alten Traditionsgebäuden, die der Fichtelberger Künstler H. Scharf gemalt hat. Der Bürgermeister hat sie vom Dachboden geholt. "Das soll meine Bodenständigkeit ausdrücken und das Wissen um meine Herkunft." Auch der Tisch im Sitzungssaal ist kleiner geworden. "Wir sind näher zusammengerückt", schmunzelt Ritter. Der Gemeinderat hat aber auch zwei Mitglieder weniger hat als in den vergangenen Jahren.

Ritter fühlt sich angenommen von den Bürgern. Sein Wahlversprechen und Hauptanliegen war - nach turbulenten Jahren - Ruhe in die Kommune zu bringen. Dass dieses Vorhaben "bereits seit der ersten Gemeinderatsitzung funktioniert", macht ihn schon ein wenig stolz: "Wir ziehen alle an einem Strang, fernab von Fraktionsgehabe", bestätigt der Gemeindechef. Als Ziele hat der Bürgermeister unter anderem die Sanierung der Altbestände und die Beseitigung von Leerständen im Rahmen der Städtebauförderung vor Augen.

Schamotte-Werk im Auge

Auch ein Großprojekt ist bereits angestoßen: Das Areal des alten Schamotte-Werks soll zum ersten Städtebauförderungsprojekt der Gemeinde werden. Die rechtsaufsichtliche Genehmigung ist bereits da. In Kürze wird der Notarvertrag für den Kauf unterschrieben. Außer dem Herrenhaus wird wohl alles abgerissen. Auch das ehemalige Arbeiterwohnhaus am Hochofenweg. "Eine Sanierung würde viel zu teuer werden", sagt Ritter.

Die neugegründete "Ideenschmiede" strotzt auch hier vor Kreativität und Visionen: Ein Beispiel ist, die Fichtelnaab teilweise - weiter weg von der Straße - zu verlegen und Wasser- und Grünflächen zu schaffen. Welche Eisen sonst noch geschmiedet werden, wollte Ritter noch nicht verraten. Nur, dass Großes angedacht sei, um Fichtelberg und die gesamte Region nach vorne zu bringen. Und zuversichtlich ist der Bürgermeister weiterhin, dass das abgebrannte Bad wieder aufgebaut wird.

Der "Sprung" vom Kämmerer zum Bürgermeister fiel Georg Ritter nicht schwer. Der Unterschied war nicht allzu groß, "vor allem, weil ich ja alle Verwaltungsabläufe kannte." Und noch etwas freut ihn: Die neue Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und den Vereinen und deren gemeinsame Organisation von Festen und Veranstaltungen, die die Kommune immer gerne unterstützt. An mittlerweile fünf Vereinsvorständeversammlungen hatten sich regelmäßig etwa 25 bis 30 Verbände beteiligt. Und das Bürgerfest am 11. Juli ist bereits geplant.
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