"Ewiges Eis" in Fichtelberg: Bürgermeister stellt Pläne vor
"Ruck für die Region"

Georg Ritter versprühte beim ersten Schritt der Vorstellung des Eishallenprojekts viel Optimismus. Bild: bkr
Lokales
Fichtelberg
02.06.2015
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Der erste Schritt zur Eissporthalle "Ewiges Eis" ist getan. Unter Applaus stellten Bürgermeister Georg Ritter und die Gemeinderäte Manfred Fischer und Hans-Peter Reichenberger das ehrgeizige Projekt am Montag in der Mehrzweckhalle vor. 500 Besucher soll die das ganze Jahr über nutzbare Eishalle fassen: Ein Alleinstellungsmerkmal in der Region und die vierte Halle dieser Art in ganz Deutschland. Es war ein Test für die Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Test kam gut an. Offen blieben die Fragen nach der Finanzierung des Projekts und den Betriebskosten.

Intensive Vorbereitungen

Noch sind es Überlegungen, die den rund einhundert Fichtelbergern präsentiert wurden. Mit dem Projekt will die Gemeinde an ihre alte Tradition "größter Eissportplatz des Fichtelgebirges" zu sein anknüpfen und fortsetzen. Seit einem Dreivierteljahr, so das Gemeindeoberhaupt, arbeite eine Projektgruppe intensiv, nahm Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft, aus der Politik und dem Deutschen Eishockeybund auf, führte Reisen zu vergleichbaren Hallen in Österreich und Italien durch.

"Wir haben viel über den Betrieb von Eissporthallen in Erfahrung gebracht", so Ritter, nach dessen Worten ein Zugpferd für den Fremdenverkehr in der Region fehle. Dass es einer leistungsstarken Lokomotive neben dem Neubau der abgebrannten Therme als sinnvolle Ergänzung bedarf, verdeutlichte Manfred Fischer an rückläufigen Gästezahlen, sinkenden Gewerbesteuern, dem Wegfall von Einnahmequellen, geringer werdender Kaufkraft und der Abwanderung der Jugend. All das wirkt wiederum negativ auf die gesamte Infrastruktur. "Wir brauchen bessere Straßen, ein besseres Ortsbild. Wir brauchen Geld", betonte Fischer.

Das Geld erhofft sich nicht nur die Gemeinde aus der Ausnutzung des Potenzials an Freizeitgestaltungen in der gesamten Region des Fichtelgebirges. "Also lasst uns anpacken", ermunterte Bürgermeister Ritter. Er beschwor das Wir-Gefühl der Region in der interkommunalen Zusammenarbeit, "Sommer und Winter".

Bedarf und Nachfrage da

Ganzjährige Sportmöglichkeiten existieren. Mit Rollerbahn und Skispringen nannte Hans-Peter Reichenberger nur einige Beispiele. "Warum auf die nächste Eiszeit warten?", fragte er und forderte ein "ewiges Eis" auf Nordbayerns künftigen und einzigen Gletscher für Touristen und Eishockeyspieler. Im magischen Viereck der Eishockeyvereine aus Bayreuth, Selb, Nürnberg und Weiden sah er ein riesengroßes Einzugsgebiet gerade im Sommer. Fichtelberg liegt in der Mitte. Der Bedarf und die Nachfragen seien da.

Mit der ganzjährig nutzbaren Eissporthalle erhält die Gemeinde vom Deutschen Eishockeybund Unterstützung. Er begrüßt das Vorhaben, so Hans-Peter Reichenberger. Er hat auch eine Vision. Im Jahr 2026 will Deutschland bei den Weltmeisterschaften mit um die Medaillen kämpfen. Dafür braucht es einen Unterbau. Voraussetzungen dafür werden mit der Halle geschaffen, die über die Landesgrenze für Sportcamps, internationale Kooperationen oder optimale Nachwuchsförderung genutzt werden wird. Nur von positiven Gesprächen berichtete Reichenberger. Ein wichtiger Punkt sind die Investitions- und Betriebskosten. In den vielen Gesprächen, dazu zählten ebenso Hallenbauer, kam man zur Überzeugung, es werde kein defizitärer Betrieb.

Offen blieb eine Antwort auf den vorgesehenen Standort der Halle. Ritter ist zuversichtlich: "Dieses Thema ist wichtig und realisierbar. Eine Eishalle wird dem Ort und der Region einen Ruck geben. Wir müssen alle an einem Strang ziehen."
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