Forstbetrieb klopft auf Holz

10 Jahre ist die Tanne alt, die Winfried Pfahler (links), Leiter des Forstbetriebs und sein Stellvertreter Heinz Ruckdeschel präsentieren - genauso alt wie der Forstbetrieb selbst. Bild: Manfred Hertel
Lokales
Fichtelberg
11.07.2015
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Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten und der Forstbetrieb Fichtelberg bestehen seit zehn Jahren. Für Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler ist das Jubiläum Anlass, um auf die Leistungen der vergangenen Jahre zurückzublicken. Der Naturschutz habe dabei stets im Vordergrund gestanden.

Seit 1. Juli 2005 bewirtschaftet das Unternehmen Bayerische Staatsforsten den Wald im Auftrag des Freistaats Bayern. Seitdem gibt es auch den Forstbetrieb, zuständig für den Staatswald im südlichen und westlichen Fichtelgebirge. Knapp 16 000 Hektar umfasst seine Fläche.

"Wir sind ein wichtiger und verlässlicher Partner für die Fichtelgebirgsregion", bekräftigte Pfahler. "Mit unseren 75 Beschäftigten sind wir in der Region ein sicherer Arbeitgeber." Zudem vergebe der Forstbetrieb viele Aufträge an regionale Unternehmer, wodurch die heimische Wirtschaft gestärkt werde. Auch mit Politik, Kommunen, Tourismusverbänden, Fichtelgebirgsverein, Jägern, Bergwacht und Naturschutz arbeite der Betrieb zusammen, "um nachhaltig Gutes nicht nur für Wald und Natur, sondern für die gesamte Fichtelgebirgsregion zu leisten."

1,6 Millionen Kubikmeter Holz hat der Forstbetrieb Fichtelberg in den letzten zehn Jahren eingeschlagen und Sägewerken in der Region zur Verfügung gestellt. Für die heimischen Kachelöfen kamen jährlich rund 9000 Festmeter Brennholz hinzu. "Mit der Bereitstellung von Hackschnitzeln für Verbraucher in Wunsiedel oder Bayreuth haben wir im Vergleich zu fossilen Brennstoffen etwa 87 000 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart", betont Pfahler.

In die vorhandenen 550 Kilometer Forstwege investierte der Forstbetrieb in den vergangenen zehn Jahren mehr als fünf Millionen Euro. Viele dieser Wege werden als Wanderwege oder Loipen genutzt. "Gerade im Bereich Tourismus arbeiten wir intensiv mit den Gemeinden und Tourismusverbänden zusammen" unterstrich Pfahler.

"Wir unterstützen auch viele Projekte, um unserer Verantwortung für die Weiterentwicklung der Tourismusregion gerecht zu werden." Beispiele sind der Neubau des Brückenradwegs auf der Scheitelstrecke zum Silberhaus und der Ausbau des Loipennetzes am Ochsenkopf. Zur Schaffung stabiler Mischwälder pflanzten die Forstwirte rund zwei Millionen junge Bäume - vorzugsweise Buchen und Tannen. Damit sich der Wald natürlich verjüngen könne, haben die Jäger des Forstbetriebs in den vergangenen zehn Jahren mehr als 4000 Rehe, fast 1600 Stück Rotwild und mehr als 500 Stück Schwarzkittel erlegt. Wildbret wird am Forstbetrieb seit kurzem auch küchenfertig angeboten, ganz nach dem Motto: "Wildbret aus heimischen Wäldern - aus der Region für die Region".

Naturschutz habe im Wald einen hohen Stellenwert. "Schützen und Nutzen auf gleicher Fläche ist der Bayerische Weg. Dass dies funktioniert, zeigen Artenvielfalt und Waldentwicklung in den letzten Jahren auf eindrucksvolle Weise." Schwerpunkte spezieller Arten- und Biotopschutzschutzmaßnahmen lagen im vergangenen Jahrzehnt auf dem Auerwildschutz, der Moorrenaturierung und der Anreicherung von Totholz. Über 100 Hektar Moore wurden in einen urtümlichen Zustand zurückentwickelt, mehr als 200 Hektar Waldflächen für Auerhühner optimiert und Blockfelder und Felsen freigestellt. "Das war bayernweit das erste Naturschutzkonzept eines Forstbetriebs" resümiert Winfried Pfahler.

"Für einen Wirtschaftsbetrieb ist es natürlich auch ein legitimes Ziel, Geld zu verdienen." Seit der Gründung erwirtschafteten die Förster einen Gewinn von 36 Millionen Euro für den Freistaat Bayern, "der wieder der gesamten Bevölkerung zugutekam."
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