Forstbetrieb schafft Wohnraum für Gartenschläfer
Waldgeist mit Zorro-Maske

Revierleiter Horst Lochner (von links) und Eckehardt Kasch vom Naturpark Fichtelgebirge freuen sich über die neue Wohnhöhle für Gartenschläfer in der Nähe des Prinzenfelsen am Silberhaus. Bild: Martin Hertel
Lokales
Fichtelberg
06.11.2015
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In den vergangenen Tagen befestigten Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten an der Kösseine, an der Hohen Mätze, bei der Girgelhöhle und am Prinzenfelsen Wohnhöhlen für Gartenschläfer.

Nur ganz selten bekommt man die gefärbten, kleinen Klettermaxe zu Gesicht. Mit ihrem charakteristischen schwarzen Streifen um die Augen erinnern sie ein wenig an Zorro - den Comic-Helden mit der Maske. Die rotbraun-grau gefärbten, circa 15 Zentimeter großen Tiere gehören zur Gruppe der Bilche und sind mit Siebenschläfern und Haselmäusen eng verwandt. Normalerweise leben Gartenschläfer versteckt. Nur nachts sind sie unterwegs und machen sich auf die Suche nach Artgenossen oder Nahrung. Im Frühjahr - während der Paarungszeit - ist ihr Fauchen und Keckern zu hören.

Mit dem Naturpark Fichtelgebirge installiert der Forstbetrieb Fichtelberg 20 "Nistkästen" aus Holzbeton für die possierlichen Waldbewohner. Im Rahmen eines Projektes der Regierung von Oberfranken soll damit die Verbreitung der Art ermittelt werden. "Eigentlich wissen wir nur sehr wenig über diese Tiere", gibt Eckhard Kasch, Gebietsbetreuer des Naturparks zu. "Früher waren sie in Hausgärten weit verbreitet, aber dort sind sie jetzt fast völlig verschwunden." Das führt der Naturschutzexperte darauf zurück, dass die Gärten oft zu aufgeräumt sind und die Bilche keine Versteckmöglichkeit mehr haben. "Jetzt finden wir sie hauptsächlich in strukturreichen, lichten Wäldern mit gutem Angebot an Beerennahrung und Sämereien."

"Hier gefällt's dem Gartenschläfer, wenn er wilde Natur liebt", stellt Horst Lochner, Förster in den Wäldern rund um Fichtelberg, beim Aufstellen fest. Am Rand einer kleinen Lichtung mit großen Felsblöcken und nahe einiger mächtiger Buchen hat er eine Wohnhöhle so an einem Fichtenstamm angebracht, dass die Gartenschläfer am Baum hochklettern und geschützt in den kleinen Kasten hineinkriechen können.

Das Projekt wird vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg unterstützt.
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