Forstverwaltung und Forstbetrieb begehen mit 60 Waldbesitzern und Naturschützern Waldexkursion ...
"Holz mit beneidenswerten Eigenschaften"

Bei einer Exkursion informierten Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Forstbetrieb Fichtelberg darüber, wie der Wald für die Zukunft fit gemacht werden könne. Bild: Martin Hertel
Lokales
Fichtelberg
01.10.2015
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Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth und des Forstbetriebs Fichtelberg präsentierten die Förster mögliche Strategien, um den Wald für die Zukunft fit zu machen. Rund 60 Waldbesitzer und Naturschützer informierten sich bei Fachvorträgen im Saal und bei der Waldbegehung.

Ein bunter Mischwald sei nicht nur für das Auge schön. Er sei auch artenreicher und stabiler gegenüber Schädlingen oder dem Klimawandel. Das war die Kernbotschaft einer Veranstaltung, die die Forstverwaltung und die Bayerischen Staatsforsten gemeinsam in Weidenberg anboten. Dazu konnten Hans-Rüdiger Schmidtnägel, Bereichsleiter Forst am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Bayreuth und Winfried Pfahler, Leiter des Forstbetriebs Fichtelberg, viele Waldbesitzer und Waldfreunde, Vertreter der Kommunen, Naturschutzorganisationen und der Regierung von Oberfranken begrüßen.

Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof hob als Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfrankens in einem Grußwort die Bedeutung des Rohstoffs Holz hervor: "Holz ist regional und ökologisch - Eigenschaften um die uns die Hersteller vieler anderer Produkte beneiden." Gleichzeitig appellierte er an die Öffentlichkeit, die Gesamtbedeutung des Waldes zu beachten, also nicht nur die Naturschutz- und Erholungsfunktion zu sehen, sondern auch den Wirtschaftszweig rund um Wald und Holz mit 18 000 Beschäftigten in der Region.

Bei einer Exkursion zum Fichtelgebirgsanstieg oberhalb von Weidenberg konnten sich die Teilnehmer von den Bemühungen überzeugen, mehr Tannen und Buchen in die Fichtenwälder einzubringen. Als Folge der Klimaerwärmung würden die Wuchsbedingungen für die Fichte in Zukunft schwieriger, so dass klimatolerantere Mischbaumarten zur Fichte hinzukommen müssten. Noch sind die Gruppen mit jeweils 20 bis 30 frisch gepflanzten Tannen und Buchen zwischen den Fichten unscheinbar.

Einer Zeitreise gleich führte die Fahrt weiter durch die Wälder der Bayerischen Staatsforsten. Dort reichern die Förster schon seit vielen Jahrzehnten die Fichtenwälder mit Mischbaumarten an, so dass vielerorts bereits ansehnliche Tannen und Buchen wachsen, eben zehn bis zwanzig Jahre älter, als die frisch gepflanzten Bäumchen am ersten Exkursionspunkt. Auf dem Höhenrücken der Königsheide informierten die Förster über eine Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre im Wald. Das gezielte Entbuschen soll unter anderem das Überleben der Auerhühner sichern. Diese seltenen Waldvögel ernähren sich hauptsächlich von Heidelbeer-Sträuchern, Kiefern- und Fichtennadeln.
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