Halbes Jahrhundert an der Orgel

Werner Krug (rechts) ist seit 50 Jahren Organist in der Fichtelberger Kirche. Zu diesem Jubiläum gratulierten (von links) Hans Bauer, Pfarrer Josef Fischer, Hans Wolf, Ute Vogl und Diakon Rudolf Hoffmann. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
04.12.2014
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Die Musik ist wichtiger Bestandteil seines Lebens. Für 50 Jahre an der Orgel nahm Werner Krug eine Ehrung des Fichtelberger Pfarrers entgegen. Doch mit dem Dienst als Organist erschöpfen sich die Aktivitäten Krugs keineswegs.

"Eigentlich müsste ihre Ehrung von 50 auf 100 Jahre verdoppelt werden", schmunzelte Pfarrer Josef Fischer, als er Werner Krug für seinen ein halbes Jahrhundert langen Dienst an der Orgel auszeichnete. "Aber dann haut's wohl mit dem Lebensalter nicht hin", machte er sich augenzwinkernd seine Gedanken. Denn der Geehrte ist nicht nur seit Jahrzehnten Organist in der Pfarrei, er leitet zudem seit 1977 den Kirchenchor, den er schon jahrelang mit kräftiger Baritonstimme bereichert hat.

Talent früh entdeckt

Krugs "Karriere" begann, wie es in den 50er und 60er Jahren üblich war: Der Vater, der Lehrer und der Pfarrer entdeckten schon bald das musikalische Talent des Buben. "'Schuld' an meinem Leben für die Musik war aber eigentlich der damalige Chorleiter Hellmuth Sendbühler", erinnert sich der Jubilar.

Dem fiel natürlich sofort die hohe Musikalität des Neunjährigen auf. Er gab ihm ab 1961 Klavierstunden und bildete ihn zusätzlich in den Jahren 1964 bis 1968 zum Organisten aus. Weitere Erfahrungen brachten Werner Krug später dann noch Privatunterricht und sein intensives Selbststudium im Klavier- und Orgelspiel. Schon bald musste er den erkrankten Organisten und Chorleiter vertreten, übernahm nach dessen frühen Tod im Jahr 1977, der damals die ganze Gemeinde erschütterte, beide Ämter. Eine lange Liste an Aus-, Fortbildungen und Seminaren, unter anderem auch bei namhaften Professoren und Fachleuten beim Fränkischen Sängerbund, folgten, bis Werner Krug dann im Jahr 1990 vom Bayerischen Kultusministerium die staatliche Anerkennung als Chorleiter im Laienmusizieren erhielt.

Premiere bei Maiandacht

"Als erstes spielte ich die Orgel in einer Maiandacht", erinnert sich der damals nicht wenig aufgeregte Zwölfjährige, nach und nach kamen Gottesdienste hinzu.

"Auch die Kirchenmusik hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt", blickt der 62-Jährige zurück, vor allem seit dem Konzil Anfang der 60er Jahre. Gaben dem Gottesdienst früher lateinische Motetten festliches Gepräge, so ist es jetzt mehr Chormusik mit ansprechenden, leicht zu verstehenden Texten - weg von lateinischen Liedern, damit die Gläubigen auch verstehen, was sie singen.

Passend zur Liturgie und in Absprache mit dem zelebrierenden Pfarrer wählt Krug das passende Liedgut aus, "wobei wir aber das Lateinische als alte Kirchensprache weiterhin hoch in Ehren halten, ebenso wie die Tradition", betont er - "aber natürlich auch Neuem sehr zugänglich sind".

Und da hält er es mit dem Komponisten Robert Schumann, der einmal sagte: "Es ist des Lernens kein Ende". Wenn auch nur nebenberuflich, so lebt Werner Krug - der Organist, der Leiter des Kirchenchors, des örtlichen Männerchors und der Gesangvereine in Oberwarmensteinach und Weidenberg für die Musik. Er hat in unzähligen Gottesdiensten, Festen, Konzerten und Feiern die Orgel zum Glänzen gebracht, sie mit seinen Chören gestaltet und bereichert, wer weiß wie viele Singstunden abgehalten.

"Die Sänger müssen mittun, um Erfolg zu haben", sagt er. Und vor allem müsse die Familie mitspielen, viel Verständnis aufbringen: "Sonst geht gar nichts", wehrt er Lob und Dankesworte in aller Bescheidenheit ab.

Kompliment der Damen

Abschließend widerfuhr Werner Krug noch ein extra Kompliment: Zwei Damen winkten ihn zu sich und fragten nach, ob sich bei der Ehrung für 50 Jahre nicht jemand verrechnet habe, "denn so alt sind sie doch noch gar nicht ...!" (Hintergrund)
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