Hirsche im Visier

Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf suchen gemeinsam mit Sebastian Klinghardt vom Forstbetrieb Fichtelberg (Zweiter von rechts) nach Spuren von Rotwild. Bild: Martin Hertel
Lokales
Fichtelberg
01.07.2015
75
0

Für eine Woche tauschten 20 Studenten und Mitarbeiter der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf den Hörsaal gegen den Wald im Fichtelgebirge. Dort analysierten sie die Verbreitung und den Lebensraum des Rotwildes.

Unterstützt wurden sie vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, dem Landesamt für Umwelt in Hof, der Waldbesitzervereinigung, der Jägerschaft, der Landesjagdschule Wunsiedel und der Tourismuszentrale Fichtelgebirge. "Rotwild zwischen Forstwirtschaft und Tourismus" - so lautete der Titel der Veranstaltung, zu der Dr. Fiona Schönfeld, Dozentin für Jagd und Wildtiermanagement an der Hochschule eingeladen hatte.

"Wir freuen uns über das Interesse der Wissenschaft an unserem Konzept zur Rotwild-Bewirtschaftung", begrüßte Winfried Pfahler, Betriebsleiter des Forstbetriebs Fichtelberg, die Studierenden. "Die Zusammenarbeit von Hochschule und Forstbetrieb ist wichtig für die praxisnahe Ausbildung der Studenten. Und auch für uns als Praktiker ist es wertvoll, im Austausch mit den zukünftigen Förstern das eigene Tun kritisch zu hinterfragen."

Nach kurzen theoretischen Einführungen zur Bewirtschaftung des Rotwilds moderierten die angehenden Förster eine Diskussionsrunde mit Interessensvertretern von Waldbesitz, Jagd, Umwelt und Tourismus. Im südlichen Hochwald zwischen Mehlmeisel und Weidenberg suchten die Studenten auf einer Fläche von zirka 400 Hektar systematisch nach Spuren der Tiere und erfassten Schäl- und Verbissschäden. Zusätzlich installierten sie abseits der Wege automatische Kameras, die vorbeiziehendes Wild fotografierten.

Schäden vorbeugen

"Welche Einstände bevorzugt das Rotwild?", "Besteht ein Zusammenhang zwischen Losungsfunden und Verbissintensität?" - Diese und ähnliche Fragen standen anschließend bei der Auswertung der erfassten Daten im Vordergrund. Ruhe im Lebensraum sei die entscheidende Voraussetzung, um dem Rotwild einen artgerechten Lebensraum zu erhalten und gleichzeitig Land- und Forstwirtschaft vor übermäßigen Schäden zu bewahren, wurde in der Präsentation ermittelt. Dazu müssen alle Waldnutzer im Fichtelgebirge - also zum Beispiel Förster, Jäger, Waldbesitzer, und Tourismusfachleute - konstruktiv zusammenarbeiten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8668)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.