"Historische Verpflichtung"

Nach langen Sanierungsarbeiten ist es so weit: Die fünf Bronzeglocken sind in ihre erneuerte "Glockenstube" in der Pfarrkirche zurückgekehrt. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
31.10.2015
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Es sei eine gespenstisch stumme Zeit gewesen, als die Glocken weg waren, sind sich viele Fichtelberger einig. Schließlich begleite das Glockengeläut das gesamte Leben, von der Geburt bis zum Begräbnis. Jetzt sind die fünf Bronze-glocken in ihre erneuerte "Glockenstube" in der Pfarrkirche zurückgekehrt.

Zu Beginn der Glocken-losen Zeit im Juli vergangenen Jahres sei manch einer zu spät zum Gottesdienst gekommen, weil er oder sie gewohnheitsmäßig auf das "Zusammenläuten" wartete. Nun sind die fünf Bronzeglocken wieder an ihrem Platz in der "Glockenstube" in der Pfarrkirche. Dennoch muss die Bevölkerung auf das festliche Geläute noch eine Weile warten.

Per Hand wurden sie allerdings schon angeschlagen. Ein neuer Glockenstuhl und eine Holzkonstruktion in Eiche sichern die Glocken. Der neue Glockenstuhl ist für eine "erträgliche Ausgewogenheit der Schwingungen auf das Turmmauerwerk" ausgerichtet.

Nicht nur Pfarrer Josef Fischer und Kirchenpfleger Hans Bauer sind begeistert vom warmen und voluminösen Klang der Glocken, den die Ausstattung des Bodens und der Decke der "Glockenstube" zusammen mit den Glockenklöppeln und den Schlaghämmern ergeben.

Wasser wird abgehalten

Gleichzeitig ist die Sanierung der Turmfassade abgeschlossen. Wie Kirchenpfleger Hans Bauer erklärte, wird durch einen Spezialputz Wasser abgehalten und die Turminnenausstattung vor Fäulnis geschützt. Diese Maßnahmen mussten im Vorfeld mit dem Landesamt für Denkmalspflege, dem Staatlichen Bauamt Bayreuth und dem bischöflichen Baureferat Regensburg und dem Restaurierungsbüro ProDenkmal aus Bamberg abgestimmt werden. "Eine nachhaltige Sanierung kostet eben auch viel Zeit", betonte der Kirchenpfleger.

Auch Pfarrer Josef Fischer ist die Freude über die geglückte Sanierung ins Gesicht geschrieben: "Der verputzte Turm bereichert das Bild der Pfarrkirche" betonte er. "Die Bauleitung lag bei Reiner Tremer und Reinhold Horn vom Staatlichen Bauamt Bayreuth. Sie arbeiten mit großer Zuverlässigkeit und Umsicht - "auch, was die Kosten anging", betonte Kirchenpfleger Hans Bauer zufrieden.

Die Pfarrgemeinde Fichtelberg sei, besonders durch die demografische Entwicklung, wesentlich kleiner geworden. Somit sei sie für derartige Sanierungsmaßnahmen nicht genug leistungsfähig. "Deshalb wären diese Instandsetzungsarbeiten ohne die staatliche subsidiäre Baulast für die Bausubstanz und die Unterstützung der Diözese Regensburg nicht möglich gewesen", stellte Bauer heraus.

Die Turmuhrensanierung fiel nicht unter die staatlich subsidiäre Baulast. "Dazu fehlte der Zuschuss der Gemeinde, den die Kirche beantragt hatte", sagte der Kirchenpfleger und spricht von einer "historischen Verpflichtung", so dass nun eine Finanzlücke von rund 12 000 Euro entstanden ist (wir berichteten). Die Pfarrei hofft nun weiterhin auf Spender für die Pfarrkirche Mariä Geburt.
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