Kangalzentrum als Zankapfel: Kristall Bäder AG enttäuscht von der Gemeinde Fichtelberg
Ausrutscher kurz vor der Ziellinie

Lokales
Fichtelberg
25.11.2014
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Gibt es doch keinen Thermenneubau? Ein Gemeinderatbeschuss bringt die Verantwortlichen der Kristall Bäder AG in Rage: In nichtöffentlicher Sitzung hatte das Gremium am 11. November beschlossen, den Bau eines Kangalzentrums nicht auszuschließen. "Heinz Steinhart und die Kristall Bäder AG sind darüber tief enttäuscht", sagt Vorstandsvorsitzender Gerd Bittermann. Die Gemeinde glaubt an ein "Missverständnis".

Zwar betont Bittermann auch, dass die Verträge mit der Gemeinde weiter gelten und die Kristall AG zum Wiederaufbau verpflichtet ist. Das belege auch die letzte Verhandlung am Oberlandesgericht (OLG) in Bamberg vom 4. November. "Wir sind fast mit dem Bauantrag fertig und haben rund um die Uhr gearbeitet", betont Bittermann. Die Gemeinde wollte den Plan, doch nun mache sie alles zu nichte. Grund für Bittermanns Ärger ist die Entscheidung, nicht endgültig auf das Kangalzentrum zu verzichten. Dieses würde auf einem Teil des Geländes der Kristall Bäder AG entstehen. "Wie soll das gehen?", fragt sich Bittermann. Die Kristall Bäder AG habe vorerst alle Arbeiten für den Wiederaufbau gestoppt. "Der Beschluss des Gemeinderates ist eine Anfeindung, wie sie größer nicht sein kann. Er steht im Gegensatz zum Rat des OLG und hebt den Beschluss zur Planung auf", bedauert Bittermann.

Frist endet heute

Die neue Situation werde sich auch in der Stellungnahme zur mündlichen Verhandlung vom 4. November wiederfinden. Am heutigen Dienstag endet die Frist, die das OLG für diese Stellungnahme gesetzt hat. In Sachen Wiederaufbau der Therme sei nun alles offen, allerdings sehe er derzeit keine Möglichkeit, einen Bauplan einzureichen.

Die Gemeinde versuchte am Montag vergeblich, Gerd Bittermann zu erreichen, teilte Bürgermeister Georg Ritter auf Anfrage mit. Es könne sich nur um ein Missverständnis handeln, denn der Gemeinderat fasste lediglich den Beschluss, sich nicht komplett von der Idee des Kangalzentrums zu verabschieden. "Die Pläne dazu werden gegenwärtig nicht weiterverfolgt und es kann auch nicht gesagt werden, ob sie überhaupt verwirklicht werden." Es wurde nicht beschlossen, das Therapiezentrum mit Dr. Walter Lipke zu bauen. Wenn überhaupt, hätte auch die Kristall Bäder AG die Chance, zum Zug zu kommen.

Aus der Zeitung

Ritter bedauert, aus der Presse von der Reaktion der Kristall Bäder AG erfahren zu müssen. "Ich hoffe, dass es sich wieder einrenkt und das Missverständnis ausgeräumt wird." Er versicherte, mit Lipke kein Wort über das Therapiezentrum gesprochen zu haben. Die neue Situation dürfte auch bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 27. November, um 19.30 Uhr in der Turnhalle für Diskussionsstoff sorgen.
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