Keine Botschaft vom Kirchturm

Enttäuschung machte sich breit, als sie die Kupferkugel von der Spitze des Fichtelberger Kirchturms öffneten. Anstelle von alten Dokumenten entdeckten die Fachleute vom Bauamt und der Kirchenpfleger nur Einschusslöcher. Auf dem Bild (von links) Reiner Tremer (Staatliches Bauamt), Heinz Musiol (Bayreuther Turmuhren), Pfarrer Josef Fischer, Kirchenpfleger Hans Bauer und Reinhard Horn (Staatliches Bauamt). Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
26.09.2014
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Fast wie einen Popstar erwarteten die Fichtelberger die goldene Kugel. Doch dann gab es eine herbe Enttäuschung: Sie war leer. Im Zuge der Kirchturmsanierung musste die Kupferkapsel ihren luftigen Spitzen-Standort verlassen.

"Ein leerer Vogel", kommentierte Bauleiter Reiner Tremer vom Staatlichen Bauamt Bayreuth. "Das habe ich noch nie erlebt", wunderte er sich. Normalerweise sind in diesen Kugeln Kapseln hinterlegt, um zeittypische Dinge wie Münzen, Geldscheine, Zeitungen und andere wissenswerte Informationen festzuhalten.

Nächstes Jahr mit Inhalt

Ein wenig enttäuscht waren auch Pfarrer Josef Fischer, Kirchenpfleger Hans Bauer, Albert Lichtblau, der das Ereignis für die Chronik fotografisch festhielt, und Petra Markhof von der Kirchenverwaltung.

Doch was soll's: Wenn die aus Kupfer gefertigte vergoldete Kugel im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlt, wird sie jedenfalls alle wichtigen Dokumente als Botschaft an künftige Generationen enthalten.

Nur Einschusslöcher

Passanten, die das kleine Schauspiel beobachteten, wussten aber von Erzählungen, dass die Kugel in früheren Jahren schon einmal abgenommen worden war und sich darin Dokumente befunden hätten. An Genaueres aber konnte sich niemand erinnern. Auch woher die Einschusslöcher in der Kugel stammen, weiß keiner. Vermutlich haben Hobbyschützen die Kirchturmspitze als Zielscheibe benutzt. Dies wurde schon bei einer vorausgegangenen Sanierung vermutet, hieß es. Indessen läuft die Renovierung des Kirchturms auf Hochtouren weiter. Der notwendig gewordene Verputz erhitzte zeitweilig die Gemüter und war sogar schon Thema im Gemeinderat. Den Stand der Dinge und warum diese Renovierung keine "gestalterische Sünde wird", hat Reiner Tremer auf Anfrage unserer Zeitung im Detail erläutert (Bericht folgt).
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