Kristallbad: Pläne auf Eis und Streit an mehreren Fronten

Lokales
Fichtelberg
20.12.2014
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Der Traum von einem schnellen Ende der Rechtsstreitigkeiten wegen der Kristalltherme zwischen der Gemeinde und Badbetreiber Heinz Steinhart ist geplatzt. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Bamberg wird sich weit ins Jahr 2015 hineinziehen.

Am 4. November war Dr. Johannes Ebert, Vorsitzender Richter des achten Senats in Bamberg noch davon ausgegangen, dass ein schnelles Ende bevorstehen könnte. Er selbst hatte davon gesprochen, dass eine Entscheidung bereits im Ende Januar 2015 fallen könnte. Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein.

Nach Auskunft des Oberlandesgerichts (OLG) wurden zwischenzeitlich Fristverlängerungen für die Stellungnahme zu der Beweisaufnahme im November beantragt. Außerdem habe auch das Gericht selbst weitere Stellungnahmen angefordert. Deswegen rückt auch der Termin für den nächsten Verhandlungstag weit nach hinten. Vorgeschlagen wurde seitens des OLG ein solcher im März, April oder Mai 2015.

Verwaltungsleiterklagt gegen seine Kündigung

Beim Arbeitsgericht in Bayreuth dagegen steht der Termin im Arbeitsprozess zwischen dem gekündigten Verwaltungsleiter Matthias Jeitner und der Gemeinde Fichtelberg fest. Er ist anberaumt für den 1. April um 11.30 Uhr. Grund für die Kündigung waren "Pflichtverletzungen".

Jeitner wird vorgeworfen, Widersprüche gegen Beitragsbescheide nicht fristgerecht bearbeitet zu haben. Aufgrund der dadurch eingetretenen Verjährung entstand der Gemeinde ein finanzieller Schaden im unteren fünfstelligen Bereich.

Ein Gütetermin in der zweiten Dezemberwoche scheiterte vor dem Arbeitsgericht in Bayreuth. Das Gericht sieht jedoch noch die Möglichkeit, bis zur anberaumten Verhandlung am 1. April zu einer gütlichen Einigung zu kommen.

Noch keine Plänefür den Wiederaufbau

Weiter auf Eis liegen die Baupläne für den Wiederaufbau der abgebrannten Therme. Am 21. Oktober stellte die Kristall Bäder AG noch euphorisch ihre Entwurfsplanung vor und kündigte an, den Bauplan noch im Dezember 2014 einzureichen. In einem Jahr sollte dann das neue Bad eröffnen.

Wenige Tage später hat die Kristall Bäder AG ihre Planung aber eingestellt. Grund: Die Gemeinde will nicht auf die Option "Kangalfischzentrum" verzichten und dazu eventuell einen Konkurrenten der Kristall Bäder AG ins Boot holen.

Darüber ärgert sich Heinz Steinhart dermaßen, dass er eine Schadenersatzforderung von 15 Millionen Euro gegenüber der Gemeinde ankündigte. Er unterstreicht damit einmal mehr seine Drohungen vom 2. April 2012. Bei dieser Versammlung hatte er angesichts der Schwierigkeiten mit der Kommune nicht nur angekündigt, er werde die Therme zum 31. Mai 2012 schließen, sondern unverhohlen gedroht: "Das Bad wir platt gemacht", und "am 31. Mai wird die Gemeinde doppelt pleite sein". Sechs Wochen später brannte die Kristall-Therme ab.
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