Memory, Kaffee und Bonbons

Die 15-jährige Magdalena aus Fichtelberg (rechts) schenkt beim Betreuungsnachmittag in der Sozialstation Kaffee aus. Im Projekt "Freiwilliges Schuljahr" hilft sie gerne mit bei den Nachmittagen mit den Senioren, es ist eine fröhliche, harmonische Betreuungsfamilie. Mit auf dem Bild (ab Zweite von links) die Mitarbeiterinnen Anni und Christiane sowie Diakon Rudolf Hoffmann. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
21.10.2014
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Die 15-jährige Magdalena mag die Senioren, und die mögen sie. Die junge Fichtelbergerin hilft gerne mit beim Betreuungsnachmittag in der Sozialstation. Kaffee servieren oder "Memory" spielen sind einige ihrer Aufgaben im Projekt "Freiwilliges Schuljahr".

Magdalena hilft einer alten gebrechlichen Dame beim Aussteigen aus dem Auto. Zusammen mit einer Mitarbeiterin hat sie die Frau von Zuhause abgeholt und begleitet sie nun in den herbstlich dekorierten Raum in der Sozialstation. Dort haben bereits sieben Frauen und ein Mann auf Stühlen und einer Couch einen Kreis gebildet und freuen sich auf die kommenden zwei Stunden. Denn heute ist Betreuungsnachmittag.

Lob für schicke Frisur

Die Mitarbeiterinnen Christine und Anni begrüßen die Besucher, haben für alle ein gutes Wort, fragen nach dem Befinden, loben dort eine schicke Frisur, bewundern hier einen bunten Schal. Im Raum ist's warm, das macht Durst. Magdalena hilft, Getränke auszuteilen - und Hustenbonbons "gegen das Kratzen im Hals".

Heute geht es um das "Frauentragen". Das ist ein alter, fast vergessener religiöser Brauch, der heuer in Mehlmeisel wiederbelebt wurde: Jeden Tag wird in einer anderen Familie vor dem Muttergottesbild gebetet, heute in der Sozialstation. Diakon Rudolf Hoffmann betet mit den Besuchern ein Rosenkranzgesätz. Magdalena weiß, dass viele Jugendliche mit diesem Gebet nichts mehr anfangen können. Die alten Leute wundern sich.

Jetzt steigt der Duft frisch gebrühten Kaffees in die Nase. Dazu hat Christine einen köstlichen Apfelstrudel gebacken. Magdalena hilft den alten Leuten beim Aufstehen und Platz wechseln. Am schön gedeckten Tisch füllt die junge Fichtelbergerin die Tassen, serviert den Kuchen. Die Besucher freuen sich über die Hilfe der 15-Jährigen, die die Realschule in Wunsiedel besucht. Mathe und Kunst sind ihre Lieblingsfächer. "Berührungsängste hatte sie keine - schon von Anfang an nicht", bestätigen Christine und Anni, die dankbar sind über Magdalenas Mithilfe.

Bereits zum fünften Mal arbeitet die Achtklässlerin beim Betreuungsnachmittag in der Sozialstation mit. Magdalena weiß, was den Senioren gut tut und sie will sich beruflich später einmal sozial - vielleicht auch in der Altenpflege - engagieren. Im Projekt "Freiwilliges Schuljahr - Neustädter Modell" hat sich die Schülerin bereit erklärt, wöchentlich jeweils zwei Stunden bzw. mindestens 80 Stunden im Jahr in der Sozialstation mitzuarbeiten, was ihr sichtlich Freude macht. so etwa die Betreuungsnachmittage, die im Wechsel einmal bzw. zweimal wöchentlich stattfinden. "Da spielen wir zum Beispiel zusammen 'Memory'", erzählt sie. "Und einmal hab' ich eine ältere Frau begleitet, die unbedingt im Hammerkirchl beten wollte", erzählt Magdalena, die zudem Oberministrantin in der Pfarrei ist. Aber natürlich kommt bei der hübschen jungen Dame neben dem Ehrenamt auch der Spaß an der Freud' nicht zu kurz: Beim Oktoberfest der Feuerwehr führte sie zusammen mit ihrer Cousine Katharina Glaser hoch auf den Fässern den Festzug an.

Übrigens: Auch Katharina absolviert derzeit "ein freiwilliges soziales Schuljahr" - im Kindergarten in Mehlmeisel, wo Leiterin Petra Köstler ebenso dankbar ist für jede hilfreiche Hand.
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