Modern und meditativ

Bildhauer Herbert Lankl, Architekt Armin Juretzka, Pfarrer Josef Fischer, stellvertretender Bürgermeister Karl-Heinz Glaser, Kirchenpfleger Hans Bauer und Bischöflicher Baudirektor Paul Höschl (von links) präsentierten das favorisierte Modell für die neue Kirche. Bilder: gis (2)
Lokales
Fichtelberg
20.11.2015
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Ein wirklich unglaubliches Projekt: "Während woanders Gotteshäuser schließen, bauen wir die Antonius-Kirche neu."

"Dies ist ein eindeutiges Ja zu diesem Standort und ein Bekenntnis der Diözese Regensburg zu dieser Region", betonte Bischöflicher Baudirektor Paul Höschl, als er, zusammen mit Pfarrer Josef Fischer eine Ausstellung im Pfarrsaal mit Modellen und Konzepten zum geplanten Projekt eröffnete, das die nicht mehr sanierbare Kirche ersetzen soll.

An dem von der Kirchenstiftung ausgelobten Wettbewerb hatten sich acht Architekturbüros beteiligt. Mit deren - bereits vorgeprüften Konzepten - hatte sich im Pfarrsaal im Vorfeld der Ausstellung einen ganzen Tag lang ein hochkarätiges Gremium aus Regensburg mit Paul Höschl an der Spitze, zusammen mit Pfarrer Josef Fischer, Kirchenpfleger Hans Bauer, Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Rubenbauer, zweitem Bürgermeister Karl-Heinz Glaser und weiteren Vertretern fachlicher Stellen und der Pfarrei befasst. "Unsere Köpfe rauchten. Wir haben regelrecht um die richtige Lösung gerungen", berichtet Hans Bauer, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Letztendlich kristallisierten sich drei Arbeiten heraus, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. Den Zuschlag bekam schließlich einstimmig das Architekturbüro Armin Juretzka aus Weiden.

Das Gebäude ist etwa zehn Meter hoch und umfasst 80 bis 100 Sitzplätze, die einzeln beheizbar sind. "Der Innenraum ist einfach und meditativ, konzentriert auf das ligurische Geschehen. Ortstypisches Material unterstreicht den Gedanken der Schlichtheit: außen mit Besenstrich und innen mit Akustikputz strukturiert, verputztes Mauerwerk, Blech auf dem Dach, Weißtanne für die Möbel, Granit für den Boden.

Der neue Kirchturm setzt ein eindeutiges Zeichen für die Ferne und bildet, gemeinsam mit dem Kriegerdenkmal und der Kirche, eine Einleitung auf den im Westen neu geschaffenen Gemeindeplatz. Der Platz erstreckt sich um die gesamte Kirche und wird dreiseitig durch eine Mauer gefasst. Die Lichtführung ist sorgfältig auf den Übergang zwischen Platz und Kirchenraum abgestimmt. Oberlichter über der Altarwand, eine Vielzahl kleinformatiger Öffnungen schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Was die Bevölkerung besonders freuen wird, ist, dass die vom örtlichen Bildhauer Max Nickl (gest.) geschaffenen Figuren, ebenso wie der Altar, auch in der neuen Kirche ihren Platz haben: So begrüßt der heilige Antonius die Gläubigen, die Marienfigur an der Seitenwand lädt ein zum Verweilen, Christus empfängt den Besucher beim Eintritt in den Kirchenraum. Der Kreuzweg ist in einem Kreuzgang im Kircheninnern integriert. Vorhandene Bausteine werden in den Außenanlagen wiederverwendet.

Der Entwurf, so Bischöflicher Baudirektor Höschl, füge sich wie selbstverständlich in die Umgebung ein, vermittele zwischen Region und Moderne, schaffe einen Identifikationsort für die Gemeinde, einen meditativen Raum der Ruhe, der Beschaulichkeit für den Besucher.
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