Natürliche Neugierde

Eckardt Kasch ist der neue Gebietsbetreuer des Naturparks Fichtelgebirge. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
20.07.2015
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Vor zwei Jahren noch kämpfte der Naturpark Fichtelgebirge mit finanziellen Schwierigkeiten - die EU-Förderung lief aus. Bei einer Mitgliederversammlung berichtete Naturparkvorsitzender Landrat Karl Döhler, dass die Finanzierung für die nächsten drei Jahre gesichert ist.

Seit seiner Gründung im Jahre 1971 hat der Naturpark Fichtelgebirge über vier Landkreisgrenzen hinweg 1640 Projekte für den Naturschutz und den Tourismus mit Zuschüssen unterschiedlicher Stellen initiiert, realisiert und begleitet. Dank der Förderung und Unterstützung der Mitglieder und Partner sei es, laut Döhler, erneut gelungen, den Schutz und die Nutzung der Natur in Einklang zu bringen sowie Balance zwischen intakter Natur, umweltschonendem Tourismus und guter Lebensqualität zu finden.

Dabei konnte der Naturpark mit EU- und staatlichen Fördermittel sowie mit kommunaler Unterstützung in Höhe von insgesamt 313 000 Euro rechnen, die sich wie folgt zusammensetzten: EU 76 000 Euro, Freistaat 88 000 Euro, Landkreise Bayreuth und Wunsiedel 16 000 und 27 000 Euro, Oberfrankenstiftung 3000 Euro, von den Mitgliedern 102 000 Euro.

Neuer Gebietsbetreuer ist Eckardt Kasch. Er folgt Ronald Ledermüller, der nun bei der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge tätig ist. Kasch, der aus Thüringen stammt und unter anderem in Bayreuth ein Geologie studierte, nannte als erste Herausforderung seiner Arbeit, sich um Geocoaching-Betreiber und Schneewanderer in Schutzgebieten zu kümmern sowie Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern. Dafür wolle er ein Netzwerk Naturpark/Schule schaffen. Das passt auch zu Döhlers Aussage, dass "Bildung mit Neugierde beginnt". Es sei ein Hauptanliegen des Naturparks, der sich mittlerweile zu einer Marke, dem Qualitätsnaturpark, entwickelt habe, die Neugierde auf die Natur zu wecken.

Informationsstellen

Dankbar sei man, sagte der Vorsitzende, dass der Bayerische Naturschutzfonds das erfolgreiche Projekt der Schutzgebietsbetreuung mit 85 Prozent für drei weitere Jahre fördert. Der Naturpark betreibt mit Partnern Informationsstellen in Grassemann, am Waldhaus in Mehlmeisel, das ein besonderer Schwerpunkt der Umweltbildung im Naturpark ist, im Bauernhofmuseum Zell-Kleinlosnitz, im "Hammerschloss in Tröstau, im Kurpark in Weißenstadt, mit dem Schausteinbruch "Häuselloh" in Selb und dem ehemaligen Bergwerk "Kleines Johannes" in Arzberg.

Abschied

In diesem Jahr stehen zahlreiche Projekte auf dem Programm, vom Biotop-Erwerb über Instandsetzungsarbeiten, Renaturierung, Landschaftspflege, Wegemarkierung (FGV), Artenschutz bis hin zur Wanderausstellung "Vogelwelt im Fichtelgebirge". Christian Kreipe, seit 1979 Geschäftsführer des Naturpark Fichtelgebirge, geht am 16. Januar 2016 in Ruhestand. Da Kreipe nun ein letztes Mal in offiziellen Funktion in der Mitgliederversammlung war, dankte ihm Landrat Karl Döhler für all seine Verdienste und sein Engagement für den Naturpark und ist sich sicher, dass er sein bisher schon außerordentliches ehrenamtliches Engagement in vielen Naturschutzverbänden noch verstärken wird. Kreipes Verdienste werden in einer gesonderten Veranstaltung gewürdigt.
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