Tiefer Blick in leere Kassen

Lokales
Fichtelberg
16.10.2014
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Das Thema Therme bleibt Anziehungsmagnet. Sogar mit Stehplätzen nahmen Bürger bei der Gemeinderatssitzung vorlieb, um Neues über den Wiederaufbau zu erfahren. Sie wurden jedoch enttäuscht. Dafür gab's Infos über bisher angefallene Kosten.

Die Bürger drängten am Dienstag wieder zur Gemeinderatssitzung ins Rathaus. Am Schluss gab es nur noch Stehplätze im Flur. Dorthin übertrug ein Lautsprecher den Versammlungsverlauf. Die Hoffnungen allerdings, Aktuelles über den Wiederaufbau der Therme zu erfahren, blieben unerfüllt. Lediglich der Tenor des Urteils des Oberlandesgerichts Bamberg vom 7. Oktober wurde verlesen.

Zuhörer applaudieren

Wie berichtet, erklärte das Gericht die außerordentliche Kündigung des Betreibervertrages mit Heinz Steinhart für rechtsunwirksam. Das Urteil und die Entscheidung über die Nichtzulassung der Revision quittierte ein Teil der Besucher mit Applaus.

Weitere Aussprachen zum Thema Therme gab es nicht. Nur die Frage von Sigmund Langer über die bisher angefallenen Kosten für den seit Jahren schwelenden Rechtsstreit beantwortete Bürgermeister Georg Ritter. 220 000 bis 230 000 Euro musste dafür die Gemeinde berappen. Die nicht von der Rechtsschutzversicherung übernommenen Aufwendungen, 2013 waren es 100 000 Euro, begründeten unter anderem auch den Antrag auf eine erneute Bedarfszuweisung.

Hier zeigt die Gemeinde Transparenz. Seit fünf Jahren werden Anträge gestellt. Erstmals wurde einer bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung bekanntgegeben. Bürgermeister Georg Ritter will offen die Bürger über die Finanzsituation informieren. Der Verwaltungshaushalt muss demnach durch Zuführung aus dem Vermögenshaushalt mit 22 910 Euro ausgeglichen werden, die Gewerbesteuer ist bis auf 200 000 Euro eingebrochen, umfangreiche Investitionen und Sanierungsmaßnahmen stehen an.

Eines der Sorgenkinder ist die Gablonzer Straße mit einem Brückenbauwerk. Offene Forderungen von 1,2 Millionen bestehen gegenüber Bäderbetreiber Heinz Steinhart. Alle möglichen Einnahmequellen wurden ausgeschöpft und auch die Zweitwohnsitzsteuer eingeführt. Dennoch, es reicht nicht für einen ausgeglichenen Haushalt aus. Der Antrag auf Bedarfszuweisung wurde bereits im Juli gestellt. Der Gemeinderat stimmte diesem zu.

Neuer Geist weht

Die Fichtelberger zeigen Initiative zur Selbsthilfe um zu sparen. Wie Bürgermeister Georg Ritter berichtete, musste die zweite Wasseranschlussstelle für den Friedhof nicht mit früher geschätzten Kosten von 20 000 Euro installiert werden, vielmehr gelang dies zum Nulltarif für das Gemeindebudget. Helfer und Spender schafften es zum Preis von 585 Euro.

Ebenso wurde eine Wärmebildkamera für die Feuerwehr angeschafft: Kosten 8500 Euro. Dazu gingen Spenden in Höhe von 3370 und Zuschüsse von 2750 Euro ein. 2380 Euro hat die Gemeinde zu tragen. "Weitere Spenden sind gerne gesehen", ließ Bürgermeister Ritter wissen.

Von einem weiteren Beispiel des neuen Geistes in Fichtelberg berichtete Gemeinderat Sigmund Glaser von der Wählergruppe 2.0. Zusammen mit anderen Vereinen wurde eine "Hang up Party" zugunsten des Kinderspielplatzes bei der Antoniuskirche in Neubau gefeiert. Eine Doppel- und eine Vogelnetzschaukel können angeschafft werden. Sie werden im kommenden Jahr installiert, informierte Sigmund Glaser. Die Party wird es auch 2015 geben. "Der Zusammenhalt mehrerer Organisationen demonstriert, was uns weiterbringt", freute sich Bürgermeister Ritter.

"Der Weiher läuft aus"

Gemeinderat Rudolf Elvers, Freie Wähler, machte noch auf den undichten Damm beim Teich der Antoniuskirche aufmerksam. "Der Weiher läuft aus", sagte er und regte an, den Bauhof in die Beseitigung der undichten Stelle einzubinden.

Gemeindechef Georg Ritter kündigte die Fichtelberger Bürgerversammlung für 27. November an.
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