Tolle Gags und starke Sprüche

Was den Ehemännern gefällt - in diesem Fall die Tänzerin Carmencita - löst bei deren Gattinnen Eifersucht und Verdächtigungen aus. Das ist der Stoff, mit dem die Tell-Theatergruppe für ihr jüngstes Bühnenstück viel Applaus erntet. Bild: gis
Lokales
Fichtelberg
02.01.2015
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Für Furore sorgt die Theatergruppe der Schützengesellschaft Tell Neubau stets "zwischen den Jahren" und kurz danach im Schützenhaus. Diesmal brachte der "kitzlige Punkt" am Knie einer charmanten Tänzerin die Herren völlig aus dem Häuschen.

Der Inhalt der Komödie von Hannes Bauer ist schnell erzählt. In der bayerischen Provinz wird ein neues Lichtspiel-Theater eröffnet, von dessen extra aus Südamerika angereistem Stargast, eine attraktive Tänzerin, die männlichen Besucher überaus begeistert sind, allerdings nicht deren Ehefrauen.

Mit weichem "d"

Dass das zu Eifersüchteleien, Verdächtigungen und Verwicklungen führt, ist programmiert. Deftige Gags und starke Sprüche im malerischen Dialekt sind das Sahnehäubchen auf der Handlung, die ihren Witz aus dem alten, scheinbar noch gültigen Gegensatz von Mann und Frau bezieht. Und wenn aus der attraktiven Tänzerin Carmencita del Ebro, mit viel Charme und einnehmendem Charisma von Karin Müller dargestellt, eine fränkische "Carmencida" mit weichem "d" wird, dann hat das Stück schon seinen regionalen Touch - oder - wenn die eifersüchtigen Nudelholz und Teppichklopfer schwingenden Ehegattinnen (Monika Kellner und Maria Kastl) die junge Dame boshaft eine "auf'takelte Brettlhupfere" nennen . . .

Neun Darsteller tummeln sich in drei Akten mit viel Talent, Engagement und einer gehörigen Portion Spielfreude auf der Bühne, keifen und schimpfen, schmeicheln, gestikulieren, beleidigen und schwindeln was das Zeug hält - allen voran die "hirnverbrennten" Männer, denen Carmencita den Kopf tüchtig verdreht: In einer Paraderolle wieder Schützen-Komik-Talent Nummer 1, Franz Leichtl, der den Wirt nicht nur spielt, sondern völlig aufgeht in dieser Rolle, ebenso wie Walter Schertel als Baumeister Grüneder und Armin Kellner, der den Kolonialwarenhändler Hemberger gibt. Wären da noch der eifrige "Redakteur" Ralf Grießhammer und seine "Ehefrau" Elisabeth (Christine Bleier), die die Frauen zwecks Steigerung der Attraktivität zu Schönheitsmasken motiviert.

Charmanter "Sigi"

Und nicht wegzudenken aus dem Schützentheater ist alljährlich Sigi Kellner, der auch hier ganz einfach der "Sigi" bleibt, mit gewohnt viel schelmischem Charme. Carmencitas Onkel konnte anhand von Spielkarten zwar nicht ermittelt werden. Aber: die Trümpfe hatte dennoch Regisseurin Helga Leichtl in der Hand - mit ihren Spielern, der Bühnenausstattung und allem drum und dran.

Leider war sie bei der Premiere erkrankt. Deshalb galt ihr der besondere Gruß von Sigurd Zapf - der das Publikum willkommen hieß und die Akteure auf und hinter der Bühne vorstellte - verbunden mit dem Wunsch für baldige Genesung.

Weitere Aufführungen sind am heutigen Freitag, Samstag und Sonntag, 2., 3. und 4. Januar, jeweils um 19.30 Uhr im Schützenhaus. Karten bei "Tanken & mehr" in Fichtelberg und an der Abendkasse. Info: Franz Leichtl, Telefon 09272/842.
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