Wiederaufbau der Therme einmal mehr Thema im Fichtelberger Gemeinderat - "Pläne sind attraktiv"
Nun endlich Taten folgen lassen

Lokales
Fichtelberg
30.10.2014
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Die Pläne für den Wiederaufbau der Therme sind noch nicht auf dem Weg zur Baubehörde beim Landratsamt Bayreuth. Als Planentwurf wurde die mehrfach angekündigte Bauanfrage bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag diskutiert.

"Wir haben am 17. Oktober die Vorplanungsunterlagen für die Wiedererrichtung der Therme mit ausführlichen Erläuterungen überreicht bekommen, ein Projekt auf den drei Säulen Therme, Therapie und Sauna. Vor dem Bauantrag will die Kristall AG sehen, wie der Gemeinderat zu dem Projekt steht. Es ist ein Entwurf mit der Möglichkeit von Änderungen", führte Bürgermeister Georg Ritter ein.

Zeichen setzen

Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Glaser sah die Zeit gekommen, Zeichen zu setzen und Taten folgen zu lassen, denn jeder Tag sei kostbar und viel sei bereits gesprochen worden. "Die Pläne sind konkurrenzfähig und attraktiv", unterstützte ihn Fraktionsmitglied Christian Engel, CSU. Er forderte, den bürokratischen Weg frei zu machen.

Ein Becken vergrößern

Den Elan aus den Reihen der CSU dämpfte zunächst Manfred Fischer (Wählergruppe 2.0). Seine Forderung zielte auf eine Therme, in die Kinder dürfen. Auf Kritik stieß die Tatsache, dass der Planentwurf keine Möglichkeit zum Schwimmen bietet. Zumindest ein Becken sollte auf 8 mal 15 Meter vergrößert werden, um dieser Anforderung zu entsprechen. Möglichkeiten für Wassergymnastik und Wasserjogging vermisste Rudolf Elvers (FWG). Wer schwimmen will, müsse nach Bayreuth oder Nürnberg fahren, merkte er an.

"Wir müssen mit der Zeit gehen. Große Wasserflächen sind unwirtschaftlich", erwiderte Bürgermeister Georg Ritter. Gleichzeitig bot er an, mit der Kristall AG zu sprechen, ob die Wünsche, zu denen auch ein Kinderplanschbecken zählt, eingeplant werden können. Ritter informierte aber auch, dass die neue Therme so gestaltet ist, nach Westen erweitert werden zu können. Leider, so ergänzte Siegmund Langer, CSU, stehe für den Wiederaufbau nur das Geld der Versicherung zur Verfügung. Eine Förderung zur Schaffung von Arbeitsplätzen aus dem Wirtschaftstopf von zehn bis fünfzehn Prozent scheide aus.

Die Therme Fichtelberg werde nicht isoliert gesehen, sondern im Kontext mit der Kristall AG, die als Großbetrieb mit über 100 Arbeitsplätzen eingestuft wird, so Langer. "Es wird kein Sportbad mehr geben, wie wir es hatten", sagte Karl-Heinz Glaser.

Zwei verschiedene Vertragspartner machte Sigurd Zapf aus: Den bisherigen Betreiber, die "Kristall Radon-Sole-Therme mit Saunalandschaft Fichtelberg GmbH", und nun als künftigen Vertragspartner die "Kristall Therme und Gesundheitszentrum Fichtelberg GmbH". "Ist gesichert, dass durch die neue GmbH der Gemeinde keine Nachteile entstehen?", fragte er. Bürgermeister Ritter zitierte Fichtelbergs Rechtsanwalt Helmut Schmitz: "Der Nichtjurist sieht Probleme, wo keine sind." Die Gesellschaft bleibt gleich, nur der Namen ändert sich, so Ritter weiter.

Die Gemeinderäte sprachen sich grundsätzlich für den Planungsentwurf der neuen Kristalltherme aus, forderten aber auch, gleichzeitig einen Kinderbereich in der Endplanung zu berücksichtigen. "Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Fichtelberg ist nicht möglich", heißt es im Beschluss.

Zudem forderte die Wählergruppe 2.0 noch zu ergänzen, dass durch die Namensänderung der Gemeinde keine Nachteile entstehen dürfen und ein kleines Schwimmbecken mit aufgenommen wird.

Anregungen einholen

Außerdem zieht der Gemeinderat in Erwägung, das Thermalbad "Heißer Brocken" in Altenau im Oberharz zu besuchen. Von der zur Kristall AG gehörenden Einrichtung erhoffen die Gemeindevertreter zusätzliche Anregungen.
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