Gemeinderat debattiert über Forderungen an Kristall GmbH
Blech und Geld

Wirtschaft
Fichtelberg
18.08.2015
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Blech und noch nicht getilgte oder noch zu erhebende Forderungen gegenüber der Kristall-Radon-Sole-Therme GmbH beschäftigten bei der jüngsten Sitzung den Gemeinderat. Bei den Bekanntgaben und Informationen stand die vor über drei Jahren abgebrannte Therme auf der Tagesordnung. Das Eigentum am Gebäude, so Bürgermeister Georg Ritter, soll demnächst an die Kristall GmbH übertragen werden.

Zu einer Anfrage aus der Bürgerschaft, was mit dem Kupferblech nach dem Brand geschehen sei, informierte zunächst Ritter. Der Gemeinderat, so der Rathauschef, hatte damals in Rücksprache mit dem Landratsamt den Beschluss gefasst, die Gemeinde bringt sich mit dessen Wert und den Wert der Wertstoffe in die Kosten für die Abrissarbeiten ein. Dabei handelte es sich um 22,5 Tonnen Wertstoffe und einen "niedrigen Betrag im vierstelligen Bereich".

Entsprechend dem Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg vom 30. April diesen Jahres machte die Gemeinde Fichtelberg nun am 29. Juli, neben der bereits beglichenen Hauptforderung von 975 208,93 Euro, Zinsen in Höhe von 398 331,13 Euro gegenüber der Kristall GmbH geltend, erklärte Ritter. Er schränkte gleichzeitig ein, dass diese Forderung bislang nicht beglichen worden seien. Eine Regelung zur Zahlung sei noch zu treffen. Damit seien alle Forderungen bis Anfang 2011 abgegolten. Die bis Ende 2011 angefallenen und geltend zu machenden Kosten dagegen gelte es noch zu ermitteln.

Nach dem offiziellen Teil der öffentlichen Sitzung wurde dem Gemeinderat aus der Zuhörerschaft der Vorwurf gemacht, keine ausreichende Position gegenüber Heinz Steinhart bezogen zu haben. Der Geschäftsführer der Kristall GmbH beschuldigte die Kommune, den Wiederaufbau der Therme drei Jahre lang verzögert zu haben. Tatsache sei jedoch, dass Steinhart das Urteil des Landgerichts Bayreuth vom 23. April 2012 angefochten habe, das drei Jahre später im Wesentlichen vom OLG Bamberg bestätigt wurde. Die Verantwortung für den Zeitverlust trage ausschließlich Heinz Steinhart.
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