Benefizkonzert mit Barockmusik des Duos „Flautiano“ und Geschichten über die Kirche von Anton ...
Musik und Geschichten

Das Duo "Flautiano" Marion Elling und Klara Bäumler sowie Sprecher Anton Eismann (von links) verzauberten die Besucher. Bild: le
Kultur
Floß
28.07.2016
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Vollendete Orgelmusik, meisterhafte Flötentöne und lebendig vorgetragene Kirchengeschichte bestimmten das Benefizkonzert am Sonntag in der St.-Nikolaus-Kirche. Es ist den Interpreten zu danken, dass der Konzertabend zu einer Erfüllung für alle Gäste wurde.

Das Duo "Flautiano" mit Klara Bäumler (Orgel) und Marion Elling (Querflöte) hatte jene Komponisten ausgewählt und interpretiert, die seit der Zeit des Bestehens der Barockkirche wirkten, darunter Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Jean Baptiste Loeillet. Seit mehr als 15 Jahren machen Klara Bäumler und Marion Elling gemeinsam Musik. Dabei verstehen sie sich nicht nur in der Klassik, sie beherrschen auch die Moderne meisterhaft. Der frühere Kirchenpfleger Anton Eismann befasste sich mit der Kirchengeschichte des "Flosser Kleinods".

Als "Kleinod und Wahrzeichen" im Flosser Amt bezeichnete Sprecher Eismann die St.-Nikolaus-Kirche. Sie wurde am 9. November 1723 benediziert. Schon in früherer Zeit bestand an diesem Ort eine Kirche, die 1561 abgetragen und aus deren Steine das damalige Rathaus (heute Gasthof "Goldener Löwe") errichtet wurde. Trotz des bestehenden Simultaneums war die Kirche nach Ausweis der Matrikel von 1723/1724 ausschließlich den Katholiken vorbehalten. Doch das hat sich geändert.

Mit dem "Adagio ma non tanto - Allegro" von Johann Sebastian Bach gab es einen weiteren Hörgenuss des Duos. Bei den zwei Choralvorspielen über "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Johann Sebastian Bach zeigte sich Klara Bäumler als Meisterin an der Königin der Instrumente. Mit dem "Largo" von Jean-Baptiste Loeillet, das die Abendstimmung in die Kirche hineinbrachte, und der heiteren Orgelmusik von Klara Bäumler mit dem "Le coucou - Der Kuckuck" von Louis Clade Daquin wurde der erste Teil feiner und sorgfältig ausgewählter Barockmusik abgeschlossen. Wieder war es ein angenehmer Hörgenuss beim Vortrag "Cantabile - Allegretto" aus der Sonate B-Dur von Johann Joachim Quantz. Eismann setzte seine Kirchengeschichte fort und stieg in das 20. Jahrhundert, wo es durch Pfarrer Richard Bartmann und Pfarrer Josef Most zwei wichtige Renovierungsabschnitte gab, ein. Fortgesetzt wurde der musikalische Abend mit "Adagio-Allegro" von Jean-Baptiste Loeillet, und Klara Bäumler bewies mit dem "Allegro" von Johann Sebastian Bach erneut ihre Liebe zur Orgel. Die Erzählungen Eismanns erstreckten sich auf die Ausstattung der Barockkirche mit Kanzel, Altarbild mit der Mutter Gottes und Jesukind, dem Glockengeläut, der Schleifladeorgel, die nachträglich einen Subbass erhielt sowie dem Altartisch mit Ambo.

Zu einem weiteren Höhepunkt kam es beim Vortrag von Klara Bäumler und Marion Elling, die das "Air" von Johannes Sebastian Bach vollendet aufführten. Als Eismann die Lebensstationen des Kirchenpatrons St. Nikolaus, der Heiligen Sebastian, Rochus und Johannes Nepomuk sowie die Kreuzwegbilder wach werden ließ, vollendete das Duo mit "Aria" von Giavanni Battista Pergolesi den Konzertabend. Stehende Ovationen waren der Lohn für die beiden Protagonisten und Sprecher Anton Eismann. Das war eine Zugabe des Duos wert.
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