Besucher lauschen Gesängen von Ido Ben-Gal, Amnon Seelig und Assaf Levitin in Flosser Synagoge
Ein Abend voller Rosenduft

Bei ihrem Konzert begeisterten die "Drei Kantoren" die Zuhörer in der Flosser Synagoge. Bild: Tietz
Kultur
Floß
15.07.2015
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Geistliche Lieder aus Israel sind ebenso im Programm wie israelitische Gesänge aus dem Bereich Natur und menschliches Leben, als die drei Kantoren aus Berlin Ido Ben-Gal (Tenor), Amnon Seelig (Bariton) und Assaf Levitin (Bass) ihren Konzertvortrag in der Synagoge Floß beginnen.

Viele Besucher lauschen den Gesängen und deren Begleitung am Klavichord durch Yehuda Inbar. Mit einem gemeinsamen Lied wird eröffnet: "Komm mit dem Wind, du kleiner Vogel" stellt in schnellen Tonfolgen einen schönen Naturvorgang dar. Die Lieder werden jiddisch gesungen. Wunderbar ist die Abstimmung der drei Sänger und die taktvolle Begleitung des Pianisten. Das nächste Lied "Der Abend voller Rosenduft" wird sehr intensiv ohne instrumentale Begleitung vorgetragen. Und wieder spielt das Klavichord mit und unterstützt das Männertrio in der ergreifenden Melodie: "Der Wind hat einen schönen Apfel gestreichelt".

Lied über Wassersprinkler

Immer wieder besingen die Männer Naturereignisse, die den Menschen nützen, wie etwa der "Wassersprinkler, der die Wüste belebt" oder "Schlafe, du liebes Tal". Auch intensive Texte aus dem geistlichen Bereich werden vorgetragen. So etwa die frohe Botschaft, dass der "Messias kommen wird" oder die eigens von Ido Ben-Gal für diesen Anlass vertonte Version von "Psalm 118: Danket dem Herrn", die den drei Kantoren die Möglichkeit einräumt, ihre Stimmgewalt bestens einzusetzen.

Auch der melodiöse Gesang "Friede mit euch, dienende Engel" passt nahtlos in diesen Bereich. Dazwischen gibt es auch Solos. So gestaltet Tenor Ido Ben-Gal einen Gesang und wird dabei von Amnon Seelig am Klavichord begleitet. Nicht nur das, der Refrain bewegt viele Zuhörer dazu, rhythmisch in die Hände zu klatschen. Ein Gedenklied des Tenors ist wegen seiner Ausdrucksstärke des Gedenkens an Sohn "Efrajim" und der leisen einfühlsamen Begleitung durch das Klavichord ergreifend.

Der Bariton Amnon Seelig trägt ein Gebet von "Mosche" in weihevoller Stimmgewalt und ein Liebeslied in süßer Melodik vor. Sehr beeindruckend sind die wehmütigen Erinnerungen an das "Stetele" der Jugend, die Assaf Levitin vorträgt, wie auch seine Koloraturen in dem Gesang "Der Ewige regiert".

Hektisch und doch klar

Das Schlusslied der drei Sänger über den "Herrn", das hektisch fugiert, ist dennoch rhythmisch klar und tonlich sehr sauber. Alle Gesänge erklingen voll tonal und sprechen voll das Gemüt an. Immerhin handelt es sich um eine eigene musikalische Ausdrucksweise, die intensiv ihre Inhalte vorstellt. Wenn dann noch die Qualität dazu kommt, in der die drei Kantoren diese Werke darbieten, kann man nur von einem wunderschönen musikalischen Nachmittag sprechen.
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