Ausstellung im Rathaus will im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet Erinnerungen auffrischen
Jüdischen Spuren folgen

Lokales
Floß
25.07.2014
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"Die jüdische Vergangenheit ist nicht erloschen, sie ist ein Teil unserer Ortsgeschichte, sie ist ein Teil unserer Gegenwart und wird mit uns in die gemeinsame Zukunft gehen." Mit diesen Worten begrüßte im Rathaus Bürgermeister Günter Stich die Gäste zur Eröffnung der Ausstellung "Jüdische Spuren im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet".

"Ein sichtbarer gepflegter jüdischer Friedhof, ein historischer Judenberg mit der Synagoge als religiöses Zentrum und eine Geschichte mit Jahrhunderten des Miteinanders eines jüdischen Berges und eines "christlichen Tales", beschrieb Stich die jüdischen Spuren in Floß.

Er dankte den Initiatoren der Ausstellung, die auch eine Begleitbroschüre präsentierten, Historiker Karl Schubsky und Hermann Höcherl. Schubsky hatte mit seiner Frau Irena die Ausstellung aufgebaut und erläuterte den Gästen ganz ungezwungen den Inhalt.

Er ist mit Floß seit Jahrzehnten verbunden. Der Historiker war früher für den jüdischen Friedhof zuständig. Nicht nur uralte Handelswege von Passau, Regensburg und Nürnberg in die böhmischen Metropolen Prag und Pilsen zeigten jüdische Spuren. Über Jahrhunderte lebten im einstigen Königreich Böhmen Tschechen, Deutsche und Juden ohne nennenswerte Konflikte miteinander, erklärte der Experte die Hintergründe der Schau. Nur noch wenige Spuren erinnerten im heutigen Tschechien und entlang der Grenze auf Bayerischer Seite an die jüdische Volksgruppe, an jüdische Papierhersteller, Zündholz- oder Glasfabrikanten. Schubsky dankte dem Verein "Europa in der Region", der die Ausstellung erst ermöglicht habe. Im Flosser Rathaus sind die 16 Schautafeln in den kommenden drei Wochen zu besichtigen. Floß ist die vierte Station nach Straubing, dem tschechischen Klenci und Cham. Ab September wird die Ausstellung in Hartmanice in Westböhmen und Oberplan in Südböhmen aufgebaut.
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