Bis auf die Knochen tolerant

Lokales
Floß
17.04.2015
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Aufmerksamkeit haben neonazistische Schmierfinken in Floß zuletzt reichlich bekommen, Sympathien in der Marktgemeinde dagegen null. Das macht seit Donnerstag die SPD noch einmal ganz deutlich.

Der Ortsverein hat am Marktplatz ein 1,6 mal 2,5 Meter großes PVC-Banner aufgestellt, das unter dem Motto "Floß ist bunt" ein Zeichen gegen Hass und Rassismus setzen soll. "Diese Schmierer vom Wochenende waren keine Flosser, das wollen wir ganz klar zeigen", sagt Bürgermeister Günter Stich. Daher soll das Banner auch bis Ende April stehenbleiben und Gästen der Erinnerungsfeiern in der nahen KZ-Gedenkstätte Flossenbürg bei der Anfahrt demonstrieren, dass die Marktgemeinde durch und durch demokratisch tickt.

Dazu trifft es sich gut, dass mit dem Werbe-Experten Thomas Kraus von der Firma Moro-Design ein Mann vom Fach Parteifreund ist. "Ich hab' das unentgeltlich gemacht." Sein Entwurf präsentiert vier Skelette in vier Farben auf rotem Grund unter der Überschrift "Innen sind wir alle gleich". Soll heißen: Egal welche Hautfarbe, Religion, Herkunft oder Meinung - die Flosser respektieren jeden.

"Unser Markt war am letzten Wochenende überregional in den Negativschlagzeilen, mit dieser Aktion wollen wir da raus", sagt Ortsvorsitzende Eli Dressler. Auch die Polizei will es Rechtsradikalen in den nächsten Wochen besonders schwer machen. "Wir zeigen verstärkte Präsenz rund um die KZ-Gedenkstätte. Damit sind die höchsten Stellen im Präsidium befasst", erklärt Herbert Matthes, der stellvertretende Leiter der Inspektion Neustadt.

Die Unterstützung der Flosser haben die Beamten, unterstreicht Bürgermeister Stich. Er spricht am Sonntagnachmittag bei der "Woche der Brüderlichkeit" in der Synagoge und will dabei auch kurz auf die Farbattacken der Rechten eingehen.
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