Diakonie stellt die Weichen

Lokales
Floß
27.11.2014
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So manch einer erinnert sich noch an die evangelische Kinderschule auf dem Judenberg. Dies ist längst Geschichte. Vor 40 Jahren entschloss sich die Gemeindediakonie, einen modernen Kindergarten zu bauen.

Vor 114 Jahren hat der damaligen Ortspfarrer Adolf Bauer die Evangelische Gemeindediakonie Floß gegründet. Eine Bürgerfamilie schenkte ihr Anwesen auf dem Judenberg (heute Bergstraße 2) der evangelischen Gemeinde St. Johannes Baptista. Später wurde in dem Gebäude eine Kinderschule eingerichtet und diente den Schwestern der Diakonie bis 1974 als Herberge und Wohnung.

Zu den Aufgaben der Diakonie gehören die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, der Unterhalt der Gemeindediakoniestation, Förderung der Kinderpflege und Unterhalt eines Kindergartens sowie der Armenpflege. Diakonisse, Schwester Margarete Rupprecht, gewährte nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatvertriebenen im Haus der Diakonie Unterkunft und Pflege. Bis 1974 setzte Diakonisse Irma Putz die Krankenpflege fort.

September 1974

Manfred Venzl (Vorsitzender), Pfarrerin Lisa Weniger (zweite Vorsitzende), Jürgen Bär (Kassier), Markus Schieder (Schriftführer), Manfred Bock, Günter Reinl und Harald Schönberger tragen Verantwortung im Vorstand. Sie und die Mitglieder des Vereins werfen in diesen Tagen und Wochen den Blick auf den 15. September 1974. Es war ein Freuden- und Festtag. Der neue Pfarrer Walter Hirschmann, Nachfolger von Wilhelm Lechner, wurde in der Pfarrkirche feierlich in sein Amt eingeführt.

Familiengottesdienst

Das Jubiläum "40 Jahre Kindergarten Unterm Regenbogen" wird am Sonntag beim Familiengottesdienst gefeiert. Der Blick richtet sich auch auf den 3. Oktober 2010, dem Tag der Einweihung des erweiterten Kindergartens. Der frühere Kindergarten im Haus der Diakonie auf dem Judenberg entsprach längst nicht mehr den Erfordernissen der Zeit als Erziehungs- und Bildungsstätte. Der frühere Vorsitzende des Diakonievereins, Fritz Stahl aus Gailertsreuth, erkannte die Zeichen der Zeit. Bis zur endgültigen Festlegung des Standorts gab es viele Schwierigkeiten, doch Stahl hatte es mit Pfarrer Lechner und später mit Pfarrer Hirschmann geschafft.

Nicht von ungefähr kamen Überlegungen, den Kindergarten als freigemeinnützige Einrichtung der Kirche in die Nähe des Zentralschulhauses zu verlegen. Das hätte auch für die katholische Pfarrei Konsequenzen gehabt, wobei der damalige Pfarrer Richard Bartmann nicht abgeneigt war. Doch beide Träger der konfessionellen Kindestagesstätten haben ihre Einrichtungen auf eigenem Grund und Boden errichtet.

"Mit dem Bau des Kindergartens hat der Diakonieverein eine christliche Tat vollbracht", sagte Stahl bei der Einweihung der Bildungseinrichtung am 3. Oktober 1974. Dessen war sich auch der Markt Floß bewusst, der den Träger mit seinen finanziellen Zuwendungen nach besten Kräften unter die Arme griff.

Noch in der Amtszeit von Pfarrer Klaus Stolz stellte der Diakonieverein unter Vorsitz von Manfred Venzl Überlegungen einer notwendig gewordenen Erweiterung der Kindertagesstätte an. Unter Leitung von Heidi Hippmann erhielt die Einrichtung neue Impulse. Sie war auch die treibende Kraft für die dringend notwendige Sanierung des Hauses, das vor 35 Jahren in Betrieb genommen wurde.

Sanierung wichtig

Zugute kam diesen Bestrebungen das seit Jahrzehnten anhaltend gute Einvernehmen zwischen Kirche, Diakonie und Kommune. Nur so konnten die Weichen für eine neue bauliche Maßnahme gestellt werden. Immerhin waren über 406 000 Euro Baukosten zu schultern. Dazu kamen noch rund 50 000 Euro Zusatzkosten für notwendige Instandsetzungen durch den Umbau und die Sanierung. Ein entscheidender Schritt wurde damit getan, dass neben den bisher zweigruppigen Kindergarten mit 50 Plätzen zwölf neue Plätze hinzukamen.

Aufatmen beim Bauträger, der Diakonie, bei der Kirchengemeinde, beim Markt und bei den Eltern der Kinder. Sie alle waren sich einig: "Es geht um das Wohl des Kindes. Endlich haben wir ein festes Zuhause", konnte man immer wieder hören.
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