Dr. Norbert Sandner, Leiter des Veterinäramts, referiert bei der Bäuerlichen ...
Weniger Antibiotika, gesündere Tiere

Lokales
Floß
10.12.2014
9
0
Leiter des Veterinäramtes Neustadt, Dr. Norbert Sandner, referierte bei der Bäuerlichen Schlachtgemeinschaft über die neuen Regelungen des Arzneimittelgesetzes. Sandner sprach die Trichinenuntersuchungen an und stellte fest, dass die bisherigen sechs Stellen im Amtsbereich auf zwei reduziert wurden. Er begrüßte die künftige unbegrenzte Vermarktung der Waren aus den Notschlachtungen.

Die gegenwärtige Diskussion zum Antibiotika-Einsatz und dem damit verbundenen Risiko von Resistenzbildungen habe zur Änderung des Arzneimittelgesetzes geführt. Dieses trat am 1. April 2014 in Kraft und verpflichte bestimmte Tierhalter zur Mitteilung von Daten. Die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung ist Schwerpunkt der Änderung. Um weniger Antibiotika einzusetzen, müsse die Gesundheit der Tiere verbessert werden, damit die Gefahr der Ausbreitung resistenter Bakterien sinke.

"Jeder Einsatz von Antibiotika kann die Ausbreitung resistenter Bakterien fördern", sagte der Fachmann. Verantwortungsvoller Umgang bei Mensch und Tier sei notwendig. Haben Bakterien die Fähigkeit entwickelt, sich gegen bestimmte Antibiotika zu wehren, werden sie als resistent bezeichnet. Verursachen diese Bakterien eine Infektionskrankheit, wird die Behandlung schwer, da Antibiotika nicht mehr wirksam sind. Der Veterinär wies darauf hin, dass ab 1. Juli 2014 die Halter von Masttieren wie Rindern, Schweinen, Hähnchen und Puten verpflichtet sind, Veränderungen im Bestand und Antibiotikaanwendungen an eine zentrale Datenbank zu melden. Die Verpflichtung gilt erst, wenn mehr als 20 Kälber oder Rinder, 250 Ferkel oder Schweine, 1000 Puten oder 10 000 Hähnchen im Durchschnitt eines Kalenderhalbjahres gehalten werden. Meldungen können elektronisch direkt an die Datenbank oder schriftlich über das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern vorgenommen werden. Daraus werde für jeden Betrieb und jede Tierart berechnet, wie häufig im Schnitt Antibiotika zum Einsatz komme.

Betriebe mit überdurchschnittlich hohen Zahlen müssten Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Tiere zu verbessern und den Antibiotikaverbrauch zu senken. Schwerpunkte seien die Vorbeugung von Krankheiten und die Gesunderhaltung. Das Veterinäramt Neustadt stehe für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.