Dr. Rita Kielhorn, Leiter der Sommerkonzerte, zu Gast
Kultur bei Besuch im Mittelpunkt

"Hören sie nicht auf, weiter über unsere Verpflichtung zur Aussöhnung zwischen Juden und Christen und dem friedlichen Miteinander zu erzählen", bat Dr. Rita Kielhorn (Dritte von links) den Zeitzeugen Fred Lehner. Beim Synagogenbesuch waren außerdem (von links) Ewa Orlowska, Johanna Kraus sowie Vronita Grünauer (rechts) zu Gast. Bild: le
Lokales
Floß
14.08.2015
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"Mir war es ein großes Bedürfnis, das klassizistische Kunstdenkmal im Flosser Amt, die Synagoge, zu besuchen und aus berufenem Munde über die jüdische Geschichte etwas zu erfahren." Mit diesen Worten stellte sich Dr. Rita Kielhorn, Veranstalterin und Leiterin der Wurzer Sommerkonzerte, bei Bürgermeister a. D. Fred Lehner vor. Als interessierte Begleiterinnen waren Vronita Grünauer, Leiterin der Kindervolkstanzgruppe aus Neustadt, und Ewa Orlowska dabei.

Vermittelt hatte den Besuch im Markt der Flosser Bernhard Schönberger. Er unterstützt mit Johanna Kraus den Freundeskreis in Wurz. Beim Aufgang zur Frauenempore an der Synagoge, unmittelbar gegenüber seinem Geburtshaus, begann Lehner seine Erzählungen über die Judengemeinde von Floß, die bereits 1684 begann. Erstaunt über den Glanz und die Ausstrahlung des Gotteshauses mit Thoraschrein, den Bilderrahmen mit den zehn Geboten nach dem Alten Testament, den Kristalllüstern, den Sakralfenstern, dazu der siebenarmige Leuchter auf dem Almemor und die blaue Decke als Sternenhimmel, beeindruckten die Besucher ebenso wie der Gesang von Oberkantor Estrongo Nachama.

Kielhorn wartete mit einem dicken Kompliment für Lehner auf und dankte dafür, dass die Synagoge 1972 nicht dem Verfall und dem Abbruch preisgegeben wurde. Das Gotteshaus zähle heute mit zu den herausragenden Gebäuden der Kulturgeschichte in der Region und weit darüber hinaus, bekräftigte sie. Darauf können die Flosser stolz sein. "Sie haben Großartiges geleistet", sagte Kielhorn. Schönberger führte die Gäste in die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Johannes Baptista, der früheren Simultankirche, in den blühenden Kreislehrgarten. Schließlich gab es noch einen Abstecher in die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.
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