Ein Ort für Minister und Bibel

Die Arbeiten am Pflegeschloss stehen kurz vor dem Abschluss. Der Arbeitskreis Heimatmuseum wird für die Räume bis Herbst ein Konzept ausarbeiten.
Lokales
Floß
05.06.2015
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Die Verschönerungen des Pflegeschlosses stehen kurz vor dem Abschluss. Ein Trauungszimmer findet darin ab Herbst genauso Platz wie die Exponate des Arbeitskreises Heimatmuseum. Deren Vorsitzender Erich Schieder kämpft aber für mehr.

Der 72-Jährige will die Sanierung des Schlosses vorantreiben. Das ist in Floß schon lange Thema, und ist nicht zu verwechseln mit den Arbeiten, die aktuell stattfinden. "Die Sanierung soll nicht am St.-Nimmerleins-Tag über die Bühne gehen", sagt Schieder. Eine solche Maßnahme koste allerdings auch rund zwei Millionen Euro. Er ist trotzdem zuversichtlich, weil es dem Markt mittlerweile finanziell besser gehe. Er ist einer, der die Lage mit Sicherheit einschätzen kann.

Schließlich war er von 1972 bis 2014 Marktrat und steht seit über 20 Jahren an der Spitze des Arbeitskreises Heimatmuseum (rund 20 Mitglieder). Seit Schieder nicht mehr in der Kommunalpolitik tätig ist, ist er Senioren- und Behindertenbeauftragter des Marktes.

Über 1000 Exponate

Das Pflegschloss sieht Schieder neben der Kirche als das "geschichtsträchtigste Gebäude in Floß". Nachdem im vergangenen Jahr die Musikschule aus dem Gebäude auszog, sollen die Räume noch heuer mit Leben gefüllt werden. Zwar ist eine Wohnung im ersten Stock vermietet, im Erdgeschoss ist jedoch aktuell nichts. Sobald die "Verschönerungs-Maßnahmen" abgeschlossen sind, sollen ein Trauungszimmer und eine Ausstellung des Arbeitskreises darin Platz finden.

Der Arbeitskreis ist im Besitz von über 1000 Exponaten, die einen Bezug zum Markt haben. Gesammelt und registriert haben sie das Flosser Ehepaar Inge und Erich Lange. Zum Teil handelt es sich um Schenkungen, zum Teil um Leihgaben. Zu den Stücken zählen Bilder, Requisiten aus einer Zinngießerei, Produkte aus einer Glasschleiferei, historische Exemplare aus einer Schmiede oder von einem Sattler. "Wir haben einiges in petto", versichert Schieder.

Das wertvollste Stück sei eine Bibel aus dem Jahr 1581. Der Wert sei schwer zu schätzen. Ausstellungen gab es bereits. Dem 72-Jährigen ist es wichtig, dass solche an Orten über die Bühne gehen, "wo die Leute eh hingehen". Etwa dort, wo Wahlen stattfinden. Oder im Rathaus - aktuell sind Porzellan-Stücke zu bestaunen. Im Pflegeschloss schwebt dem Arbeitskreis-Vorsitzenden eine Dauerausstellung vor und ein Raum, in dem immer wieder andere Exponate gezeigt werden. "Bei Heimatmuseen ist es oft so, dass zuerst ein guter Zuspruch herrscht und es dann oft abflaut", weiß Schieder.

Platz für Kirchturmuhr

Der Trauungsraum biete sich künftig auch für Empfänge an. Beispielsweise wenn Minister zu Besuch kämen. Den Eingangsbereich will der Vorsitzende mit "markanten Geräten" bestücken.

In jedem Fall soll die alte Kirchturmuhr darin Platz finden. Ein weiterer Raum, den bisher der Musikverein Liederkranz bezogen hatte, soll unter anderem ältere Musikinstrumente beherbergen. Der Verein soll darin weiter Proben abhalten können.
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