Erich und Dominik Dannhäußer erklären die Vorteile von Eigennutzung von PV-Strom
Strom herstellen, speichern, nutzen

Lokales
Floß
31.01.2014
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Der Strompreis steigt stetig. Die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik-Anlagen hingegen ist rückläufig. Was also tun mit dem selbst produzierten Strom? Eine Antwort auf diese Frage lieferten Erich und Dominik Dannhäußer beim Arbeitskreis Landwirtschaft der CSU: Speicherung und intensivere Nutzung des Eigenstroms. Zu dem Infoabend hatte der Vorsitzende des AK Landwirtschaft, Walter Pröls, eingeladen.

Bereits Mitte des Jahres 2011 war die vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierte Einspeisevergütung niedriger gewesen, als der damalige Strompreis. Seitdem hat sich diese Schere verbreitert, zeigte Dominik Dannhäußer in seiner Präsentation.

Der Sohn vom Firmeninhaber der Natur Energietechnik, Erich Dannhäußer, erläuterte den gut 50 Zuhörern im "Weißen Rößl" die Folgen. "Wenn der verbrauchte Strom teurer ist als der selbst produzierte und eingespeiste, spürt man das im Geldbeutel", verdeutlichte er die Konsequenz. Umso geringer die Einspeisevergütung für selbst hergestellten PV-Strom, umso unrentabler werde es, sich eine PV-Anlage anzuschaffen.

Teilnutzung wirtschaftlich

Abhilfe könne hier ein gesteigerter Eigenverbrauch der regenerativen Energie schaffen. In einer Beispielrechnung machte der Auszubildende deutlich, dass bereits eine Teilnutzung der selbstproduzierten Energie eine PV-Anlage wirtschaftlicher macht. Durch den selbstgenutzten Teil werde der teurere Anteil an zugekauftem Strom reduziert und somit die Stromkosten gesenkt. Um noch mehr vom eigenen Strom zu nutzen, kommen Akku-Batterien ins Spiel.

Überschuss laden

"Hier wird nicht nur während der Sonnenscheindauer der Stromverbrauch aus der Photovoltaik-Anlage bestritten, sondern gleichzeitig bei Stromüberschuss die hauseigene Akku-Batterie geladen." Diese Lithium-Akkus der modernsten Generation können bis zu 8,8 kWh Strom speichern. So kann auch in der Nacht oder am frühen Morgen selbstproduzierter Strom genutzt werden. Doch nur mit einer Speicheranlage ist es nicht getan. "Um den selbsthergestellten Strom bestmöglich zu nutzen, braucht man auch eine intelligente Steuerung", erklärte Dannhäußer.

Die Steuerung sorgt dafür, dass Geräte wenn möglich nacheinander laufen und nicht zu viel Strom gleichzeitig gezogen wird. "Nur so kann man den Strom bestmöglich nutzen und braucht möglichst wenig teuren Strom vom Anbieter zu beziehen." Auch hier zeigte er in seiner Beispielrechnung, dass trotz der höheren Investitionskosten durchaus eine bessere Rendite erzielt werden kann als bei reiner Einspeisung. Noch dazu, da die Speicherung zur Eigenenergienutzung vom Staat finanziell gefördert wird.
Dass diese Möglichkeit zur Stromnutzung nicht nur für Hausbesitzer lukrativ ist, erklärte Erich Dannhäußer. Für kleinere Betriebe oder gerade für die Landwirtschaft gebe es auch Batterien mit einem Speichervolumen von bis zu 100 kWh. Allerdings gibt es für Bestandsanlagen, die vor dem 31. Dezember 2012 genehmigt wurden, keine Förderung, genauso wenig für Anlagen größer als 30 kWp.

Realistisches Szenario

Trotz dieser Hemmnisse zeigten sich viele Gäste sehr interessiert an dieser Möglichkeit der Eigenstromnutzung. Gerade wenn sie sich eine Zahl aus der Präsentation des Juniors ins Gedächtnis riefen: 43 Cent pro kWh. Das war sein prognostizierter durchschnittlicher Strompreis für die nächsten 20 Jahre bei einer jährlichen Preissteigerung von vier Prozent. Für viele ein realistisches, wenn auch kostspieliges Szenario.
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