Finanzpolster immer dicker

Lokales
Floß
28.03.2015
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Satte 7,4 Millionen Euro umfasst der Haushalt des Marktes. Zwei Millionen sind für Investitionen vorgesehen. Das sind 250 Prozent mehr als im Vorjahr. Das soll alles ohne Kreditaufnahme gehen.

Kämmerer Klaus Grünwald stellte das Zahlenwerk im Marktrat vor. Erfreulich: Statt der erwarteten 7771 Euro Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt sind nun 609 225 Euro möglich, was das Rücklagenpolster wesentlich bequemer macht. Der Verwaltungsetat schließt mit 5,3 Millionen Euro, einem Plus von 5 Prozent. Im Vermögenshaushalt befinden sich nun zwei Millionen.

Der Etat weise zwar nicht die vom Volumen her erforderliche Zuführung zum Vermögenshaushalt für Investitionen in Höhe von 148 000 Euro aus, jedoch seien die 71 035 Euro nach dem Vorjahr (7771 Euro) ein deutliches Signal der finanziellen Besserung, erklärte Bürgermeister Günther Stich.

Den Löwenanteil der Einnahmen bilden mit 3,5 Millionen die Steuern. Die Gewerbesteuer liegt dabei bei 550 000 Euro. Die Konzessionsabgabe der Eon macht 95 000 Euro aus. Schlüsselzuweisungen bekommt Floß in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Die kann der Markt gleich als Kreisumlage überweisen.

Ein weiterer hoher Posten bei den Ausgaben sind die Personalkosten mit 1 665 586 Euro. Dazu kommen 63 800 Euro Steuern und Versicherungen, 190 035 Euro Betriebsausgaben, 96 000 Euro für Miete und Pacht, 224 190 Euro für Gebäudeunterhalt, 63 000 Euro Zinsen und 615 116 Euro für die Kindergärten.

Schulden sinken

Beim Vermögenshaushalt für den investiven Bereich schlagen bei den Einnahmen die Zuweisungen vom Land mit 809 500 Euro, die Zuführung aus dem Vermögenshaushalt mit 71 000 Euro und die Entnahme aus den Rücklagen zum Ausgleich in Höhe von 1 040 903 Euro zu Buche. Bei den Ausgaben ist der größte Posten mit 1,2 Millionen Euro für Baumaßnahmen vorgesehen.

Daneben tilgt der Markt 148 867 Euro für laufende Kredite und hat 160 000 Euro für Grunderwerb angesetzt. Zum Jahresende werden 689 812 Euro Rücklage erwartet. Die vorgeschriebene Mindestrücklage betrage 47 130 Euro. Der Schuldenstand verringert sich von 1,87 auf 1,72 Millionen Euro. Dadurch schrumpft die Pro-Kopf-Verschuldung um 42 auf 493 Euro. Allerdings sieht die Prognose einen Anstieg der Schulden im Jahr 2016 auf 3,5 Millionen Euro vor. Der Markt vergibt 113 650 Euro freiwillige Leistungen. All dies segneten die Fraktionen einstimmig ab.

Die Schulsanierung (2,2 Millionen), der Breitbandausbau, Straßensanierungen und die Entwicklung eines Hochwasserkonzepts sowie das Feuerwehrhaus lassen die Schulden schon bald wieder wachsen.

Für die CSU/FL stellte Sebastian Kitta fest, dass 2014 das gebracht hat, was man sich erhofft habe und nun Spielraum für 2015 bestehe. Investitionen wie Breitband, Infrastruktur und Wiedereinstieg in die Städtebauförderung machten Floß fit für die Zukunft. Kitta bezeichnete den Wiedereinstieg in das städtebauliche Entwicklungskonzept als besonders wichtig. Insgesamt sieht er die Vorstellungen seiner Fraktion "eingebracht". Für die SPD unterstrich Markus Lindner, dass allein die Pflichtaufgaben im Verwaltungshaushalt 80 Prozent ausmachen. Trotzdem gelinge es, die freiwilligen Leistungen hoch zu halten. Die freie Finanzspanne für Investitionen für die Zukunft sei überschaubar. Vom Anstieg um 250 Prozent dürfe man sich nicht blenden lassen. Der Haushalt 2015 sei das Resultat vorausschauender Politik mit Augenmaß, lobte Lindner.

Allzu ehrgeizige Pläne

Für die FDP/UB stellte Sprecher Heinz Kett fest, dass das Zahlenwerk nur ein Plan sei, bei dem man Überraschungen während des Jahres nicht aus den Augen verlieren sollte. Es sei schon zu überlegen, ob der Markt angesichts der Planungen für die nächsten Jahre dies alles auf einmal bewältigen könne.

Den Ansatz von 390 000 Euro für die Brücke Niedernfloß hinterfragte er kritisch. Die Personalkosten bewegten sich in einem vernünftigen Rahmen. Rechne man allerdings die des Kommunalbetriebes hinzu, dann beliefen sie sich auf hohe 31 Prozent des Verwaltungshaushalts. "Da gilt es, Sparpotentiale auszuloten."
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