Flüchtlinge: Meier fordert vom Staat Geld für Personal
Landrat beklagt "Riesensauerei"

Sach- oder Geldleistungen für Flüchtlinge?. Schwierig, meint Landrat Andreas Meier: "Immer wieder stellt sich das Problem, wer die Arbeit macht." Bild: le
Lokales
Floß
13.10.2015
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"Noch ist es möglich, das Flüchtlings- und Asylproblem im Landkreis zu schultern," ist Landrat Andreas Meier überzeugt. Über dieses und andere aktuelle Themen der Landkreispolitik referierte er beim Katholischen Männerverein im "Weißes Rössl".

Der Landkreischef ließ keinen Zweifel daran, dass derzeit das Thema Flüchtlinge die ganze Aufmerksamkeit fordere. Jede Woche tage der Krisenstab. Derzeit sind über 70 Personen in der Stützelvilla Windischeschenbach und in einer Gewerbehalle in Neuhaus untergebracht. Für bis zu 200 sei Platz. Dazu kommen Hunderte in dezentralen Unterkünften. Keinen Zweifel ließ der Landrat daran, dass viel die Situation unterschätzt hätten. "Realität und Theorie liegen weit auseinander." Man sei bei der Lösung dieses Problems erst am Anfang. Bislang sind bis zu 1000 Flüchtlinge und unbegleitete Minderjährige im Landkreis untergebracht. Erfreulich sei, dass die dezentrale Unterbringung fast problemlos ablaufe. Die Frage Sachleistungen statt Geldleistungen sei schwierig. "Immer wieder stellt sich das Problem, wer die Arbeit macht."

Beamte arbeiten durch

Meier lobte das ehrenamtliche Engagement vieler freiwilliger Helfer, Familien und Kirchen. Bedienstete des Landratsamtes arbeiten das Wochenende durch. Auf Dauer sei das nicht zu schaffen. Damit verbunden seien höhere Personalkosten, die der Freistaat oder der Bund nicht erstatten. "Eine Riesensauerei." Auf Dauer sei das nicht zu schaffen.

Kulturelle Grundsätze müssen nach Meinung von Andreas Meier auch von den Flüchtlingen und Asylanten beachtet und eingehalten werden. Er sprach von einer gewissen Bringschuld. Er unterstütze die Linie von Ministerpräsident Horst Seehofer und habe bei Angela Merkels "Wir schaffen das" seine Zweifel.

Wie sehr die Meinungen in der Bevölkerung auseinandergehen, zeigte eine Frage von Hans Eismann zu Vergünstigungen für Flüchtlinge bei öffentlichen Verkehrsmitteln. Eismann selbst kümmert sich um dezentral in Floß untergebrachte Flüchtlinge.
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