Fokus auf Leerstände richten

Eines der Impuls- oder Startprojekte könnte die "Villa am Bach" sein. Das frühere Armenhaus ist ein gemeindeeigenes Gebäude, in das Wohnungen für mehrere Generationen integriert werden könnten. Bild: fz
Lokales
Floß
01.11.2015
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Der Markt Floß hat Zukunft und gute Entwicklungsmöglichkeiten. Voraussetzung ist die Aufnahme im Jahr 2016 ins Städtebauförderungsprogramm. Die Analyse im Gesamtprozess Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) lieferte interessante Ergebnisse.

Bürgermeister Günter Stich informierte in der Sitzung des Ausschuss "Zukunft Floß" und der Lenkungsgruppe ISEK über den Besuche einer Abordnung der Regierung der Oberpfalz zur Erläuterung des Sachstandes zum ISEK im Rathaus am 23. Oktober. Die Aktivität der Gruppen, die sich mit der Zukunftsentwicklung befassen, wurde positiv kommentiert. Knackpunkt ist, dass der Markt 2016 ins Städtebauförderungsprogramm kommen muss, denn nur so könne man weitermachen.

Marktrat entscheidet

Mit dem ISEK sind das Büro für Stadtentwicklung-Stadtplanung Leuninger & Michler in Kaufbeuren sowie die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) beauftragt. Dr. Stefan Leuninger und Diplomingenieurin Annegret Michler sowie Franziska Duge von der GMA legten den Sachstand der Analysephase vor. Am Donnerstag, 26. November, wird der Marktrat über das Konzept entscheiden und dabei sagen: "Wir wollen in die weitere Phase einsteigen." Dies ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Städtebauförderung. Die ISEK-Ergebnisse der Analysephase stellten Duge und Michler vor. Floß liegt trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung immer noch über dem Landkreisschnitt. Bei der Wohnbautätigkeit geht es darum, die Attraktivität als Wohnstandort zu steigern und die Ortsmitte zu stärken.

Gute Beschäftigungszahlen

Ein positiver Bereich sind die Beschäftigungszahlen. Diese sind seit 2004 um 50 Prozent gestiegen. Es gibt Ausbildungsplätze und Perspektiven für die Jugend. Kaum bis keine Rolle spielt der Tourismus. Gut ist die Verkehrsanbindung über Straßen. Dadurch entstehen aber auch Belastungen wie etwa in der Ortsmitte, die es in den Griff zu bekommen gilt.

Zum Bereich "Handel/Versorgung/Dienstleistung" sprach Duke von einer guten Grundversorgung aber auch betrieblichen Leerständen. Positiv als Familienstandort stellt sich der Bereich "Soziale Infrastruktur" mit der Grund- und Mittelschule, der Kinderbetreuung, dem Kreislehrgarten und Kulturwerkstatt dar. Allerdings fehlen Jugendeinrichtungen wie auch eine Erwachsenenbildung.

Michler erklärte, dass es von Stadtplanungsseite aus drei Impulsprojekte gebe. Dies sind das Aichinger-Anwesen, die Villa am Bach und das Frister-Anwesen. Insgesamt gilt es, den Fokus auf die Leerstände im Ort zu richten. "Floß ist städtebaulich sehr interessant und es ist hier sehr gut, wie die Fassaden miteinander spielen", meinte Michler. "Das Problem im Ort ist die Emission. Die Lärmbelastung durch den Verkehr ist groß. Es gibt viele Schleichwege für den Verkehr und enge Gehwege. Verkehrsmäßig muss auf jeden Fall einiges gemacht werden."

Bei den Leerständen seien nicht die Fördermittel das Problem, sondern eher, jemanden zu haben, der etwas macht um so Bewegung hineinzubringen. Leuninger kündigte an, dass man sich 2016 verstärkt damit befassen werde, wie Wohnraum im Zentrum aktiviert werden kann. Man werde mit Inhabern sprechen. Ideal wäre es, pilothaft einen Block herauszusuchen. Bei den Anregungen aus dem Ausschuss sprach Armin Betz vom Bereich Kriegerdenkmal, der in der Analyse fehlte. Oliver Mutterer sah im Verkehrsproblem ein Megaprojekt. "Da muss im Zentrum viel geschehen, und das Chaos Parken muss gelöst werden." Markus Staschewski schlug vor, dass doch der Bauverein bestens für ein Startprojekt geeignet wäre.
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