Für Extremfall gerüstet

Wasser und Feuerwehr in friedlicher Koexistenz. In einem Extremfall könnte aber die Einsatzbereitschaft der Wehr in Frage stehen. Dieser Umstand kam beim Hochwassergespräch im Flosser Rathaus auch zur Sprache. Bild: nm
Lokales
Floß
25.10.2014
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Hochwasser in Floß und Flossenbürg? Das Risiko ist zwar deutlich geringer, als entlang der Donau. Doch im Extremfall sollte man vorbereitet sein.

Absoluten Schutz kann es nicht geben, Vorsorge in vielfältiger Form allerdings durchaus. Hochwasserrisiko-Managementplan lautet das schwer auszusprechende Zauberwort, um das es bei einem Termin im Flosser Rathaus ging. Ein kräftiger Regenguss unterstrich den Stellenwert der Thematik.

Selbst die Experten vom Weidener Wasserwirtschaftsamt mussten schmunzeln. Hinter dem Zungenbrecher stehe ein ernst zu nehmender Hintergrund. Allerdings gelte es, nicht auf die Relationen zu vergessen. Hochwasser wirke sich für die beiden Orte bei Weitem nicht so katastrophal aus, wie beispielsweise für Gegenden entlang der Donau. Alois Fischer, Peter Fröhlich und Alfred Schöberl ließen keinen Zweifel daran, dass es um flächendeckende Grundlagen, Bestandsaufnahmen und Folgerungen geht.

Vorgabe der EU

Fröhlich führte den Vertretern der Kommunen mit den Bürgermeistern Günter Stich und Johann Kick, dem technischen Personal, der Feuerwehr, der Bundeswehr, Landratsamt und dem Technischen Hilfswerk auf der Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses Hintergründe und Details vor Augen: "Hinter den heute anstehenden drei Stunden steckt eine Vorgabe der Europäischen Union. Erlassen wurde die sogenannte Hochwasser-Risikomanagement-Richtlinie." Ziel der EU-Gedankengänge ist es, die negativen Folgen von Hochwasser für die Schutzgüter menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe, wirtschaftliche Tätigkeit und Sachwerte zu verringern.

Planvoll und ausgewogen soll die Auseinandersetzung mit Hochwasser ausfallen. Eine zentrale Bedeutung kommt Informationen in Form von Karten zu. Neben verschiedenen Szenarien spielt die tatsächliche Flächennutzung in den möglicherweise betroffenen Gebieten eine entscheidende Rolle, egal ob in Passau, Floß oder Flossenbürg. Die vorläufige Risikoeinschätzung als Ausgangsbasis für das weitere Vorgehen hat das Wasserwirtschaftsamt längst abgeschlossen. Gefahrenpotenzial kommt auch der Floß zu. Das fällt allerdings unterschiedlich aus, je nach Umfang des Hochwassers.

Ereignisse können sich häufig, mittel oder in Form von Extremfällen eher selten einstellen. Auf den Karten von Fröhlich ließ sich der Umfang der Szenarien erkennen: "Bei dem heute beleuchteten Gebiet kommt ein erschwerender Umstand hinzu. In diesem Teil des Baches werden keine Pegelstände gemessen. Vorwarn- und Alarmierungszeiten fallen damit relativ kurz aus."

Auch die Risikokarten hat die Behörde fertig, im weiteren Verlauf des Nachmittags ging es um die dritte Stufe: "Die Vorarbeiten sind geschafft, das reicht aber nicht. Von der EU wird mehr gefordert." Konkret gemeint waren Inhalte für den Hochwasser-Risikomanagementplan. Eine wichtige Rolle spielte die Bestandsaufnahme von Objekten, die gefährdet sein könnten, oder von denen bei einer Flut Gefahren ausgehen könnten.

Langer Fragenkatalog

Vorgestellt wurde ein ellenlanger Fragebogen. Die Konferenzteilnehmer brachten ihr Wissen und ihre Einschätzungen zu den jeweiligen Themenbereichen und angenommenen Wasserständen ein. Wichtig war das Resümee zu der Veranstaltung. Es zeigte, dass Hochwasser in Floß deutlich mehr anrichten kann als im höher liegenden Flossenbürg. In Panik zu verfallen, sei allerdings nicht angebracht. Wichtiger ist es, mögliche Gefahren zu erkennen, sie richtig einzuschätzen und im Ernstfall mit fundierten Unterlagen zu wissen, worauf es ankommt.
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