Für Recht und Wahrheit

In ihrem gemeinsamen Segen baten Alfons Forster, Dannyel Morag und Peter Peischl (stehend, von links), "dass der Herr uns den rechten Weg zeigen, an die Hand nehmen und Halt geben möge". Bild: le
Lokales
Floß
23.04.2015
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"Im Gehen entsteht der Weg." Unter diesem Motto stand die Gemeinschaftsfeier der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Weiden zur "Woche der Brüderlichkeit" in der Synagoge.

Pfarrer Peter Peischl aus Vohenstrauß, einer der drei Vorsitzenden der Gesellschaft, sagte, das Motto sei eine Einladung an alle, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Immer wieder meinten Menschen, sie seien besser als andere: rechtgläubiger, aufgeklärter. "Aber gibt so eine Überzeugung einem das Recht, andere zu verfolgen, nachzustellen, zu morden?"

Solche Wege seien Sandgassen. Leider würden solche Wege immer noch gegangen. Die Frage sei auch, welchen Weg wir auf dem Weg des Lebens, so wie er von Gott gewiesen sei, gehen wollten.

Innige Klänge bot das "Rondo Lobkowitz" mit Reinhold Maß (Violine und Gitarre), Michael Bertelshofer (E-Piano) und Johannes Sailer (Gitarre und Tin Whistle). Zu hören war auch eine Festmusik aus dem Film "Schindlers Liste", von Maß bearbeitet.

Lied, Gebet und Gesang der Besucher waren Ausdruck von Toleranz. Dannyel Morag aus Hof hielt in biblischen Zitaten fest: "Wisse, woher du gekommen bist und wohin du gehst". Das Motto der Feierstunde sei eine Gebrauchsanleitung fürs Leben. Ein gutes Herz lüge nicht und brauche keine Worte. Grundpfeiler des Lebens seien Recht, Wahrheit und Friede. "Wir alle sind aufgerufen, Frieden zu stiften und ihm nachzujagen."

Pfarrer Alfons Forster stellte den Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille, Professor Dr. Hanspeter Heinz, vor. Er stehe an vorderster Front im christlich-jüdischen Dialog. Ihn zeichne Beharrlichkeit in hohem Maße aus.

Für Bürgermeister Günter Stich ist Geschichtsbewusstsein Zeugnis und Blick in die dunkle Zeit Vergangenheit mit deutlichen Feststellungen für die Gegenwart und einer Botschaft für die Zukunft. Diese Feier sei gelebte Friedensarbeit und Zeichen, "dass wir uns nicht von provozierenden Schmierereien einschüchtern und schon gar nicht abhalten lassen": "Dieses Floß ist bunt."

Im gemeinsamen Segen von Dannyel Morag, Peter Peischl und Alfons Forster kam zum Ausdruck, dass der Segen die Sprache des Friedens sei. "Er heilt Missgunst und Hass." In einer Zeit, in der Andersdenkende zu schnell verurteilt würden und Fanatismus vor Gewalt nicht zurückschrecke, sei der Segen geradezu lebensnotwendig geworden.
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