Gute Rechner sparen Steuern

Staatssekretär Gerhard Eck bediente die Baumaschine, um die letzte Spunddiele in die Floß zu rammen. Voller Freude verfolgten Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, dritte Bürgermeisterin Rita Rosner sowie CSU-Fraktionssprecher Armin Betz und Harald Gollwitzer den Akt. Bild: bgm
Lokales
Floß
22.10.2015
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Offiziell ist es eine Gemeindeverbindungsstraße, die fast nur von einigen Landwirten genutzt wird, dennoch ist der Markt für den Unterhalt des Weges zwischen Niedernfloß und Gailersreuth zuständig. Nun musste er auch noch für Ersatz eines maroden Brückleins über den Floßbach sorgen.

Der Gesetzgeber sieht eine richtlinienkonforme Ausschreibung und Planung für den nichtasphaltierten Weg vor, sonst gibt es keine Förderung. Mit 390 000 Euro hätte ein Standardbrückenbau eine stolze Summe verschlungen - 40 Prozent davon aus dem Gemeindesäckel, der Rest aus Fördermitteln des Freistaats.

Die Bauunternehmen Bauer aus Erbendorf und Gollwitzer aus Floß sind überzeugt, dass es auch billiger geht. Am Ende haben die beiden Firmen die Fachstellen überzeugt und dem Steuerzahler 170 000 Euro gespart. Die Idee dazu hatte Bauunternehmer und Marktrat Harald Gollwitzer. Schon im Vergabeverfahren hatte er darauf hingewirkt, dass Bieter auch günstigere Nebenangebote abgeben können, die bestimmte Mindeststandards erfüllen. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 390 000 Euro konnten durch ein Nebenangebot der Firma Bauer bereits auf 300 000 Euro gedrückt werden. Doch auch damit war Gollwitzer noch nicht zufrieden. Zusammen mit der ausführenden Firma arbeitete er ein Nachtragsangebot aus. Dies brachte weitere 80 000 Euro an Einsparungen.

Manche Beamte an der Regierung der Oberpfalz oder der Obersten Baubehörde in München mögen mit dem Nachtragsangebot ihre Schwierigkeiten gehabt haben, mussten doch die bereits zugesagten Fördergelder wieder reduziert werden. CSU-Fraktionssprecher Armin Betz und Gollwitzer fuhren sogar zu Staatssekretär Gerhard Eck nach München, um für die Kosteneinsparung zu werben. In dem gelernten Bauzeichner und Maurer fanden sie den richtigen Ansprechpartner. Am Ende war es gelungen, die Fachstellen von Sinn und Rechtmäßigkeit des kostensparenden Nachtragsangebots zu überzeugen. Gollwitzer lobt aber auch seine Mitstreiter: die Zwick-Ingenieure und Landtagsabgeordneten Tobias Reiß.

Helfer in Gummistiefeln

Von dem schon weit gediehenen Baufortschritt an dem unscheinbaren Brücklein, das schon für so viel Wirbel gesorgt hat, machte sich der Innenstaatssekretär jetzt selbst ein Bild. Beim Besuch von Betz und Gollwitzer im Landtag hatte Eck sein Kommen versprochen. Schon um 8 Uhr saß der Staatssekretär in gelben Gummistiefeln in einer Baumaschine, um die letzte Spunddiele für die Brücke ins Bachbett zu rammen. Mit dabei war auch der Leiter des Staatlichen Bauamtes Henner Wasmuth. Auch er ist von der neuen Lösung begeistert.

Armin Betz nutzte den Besuch des Staatssekretärs gleich, um ihm ein weiteres Anliegen zu schildern. Das Flosser Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den rechtlichen Anforderungen. Weil es aber in einem Hochwasserschutzgebiet liegt, ist ein Umbau nicht förderfähig. Für einen Neubau, der deutlich über eine Million Euro kosten dürfte, gibt es nur eine pauschale Förderung , die bei dieser Höhe nur knapp 30 Prozent betragen würde. Mal sehen, ob sich da nicht auch noch eine günstigere Lösung finden lässt.
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